Auf der griechischen Insel Kreta hält ein schwerer Waldbrand an. Die Behörden brachten rund 8.000 Einwohner und Touristen in Sicherheit. Bei den Löscharbeiten kamen zwei Feuerwehrleute ums Leben. Sie wurden in einem Einsatzfahrzeug gefunden. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf fr.de.
Das Feuer brach am Mittwoch, dem 29. Juli, in den Mittagsstunden in einer Bergregion nahe Nea Krya Vrysi im Süden der Insel aus. Nach Angaben der örtlichen Behörden erstreckt sich die Feuerfront inzwischen über rund 15 Kilometer. Wegen der trockenen Vegetation breiten sich die Flammen weiter aus.
Erschwert wird die Lage durch heftigen Wind. Die Böen erreichen stellenweise Stärke elf auf der Beaufortskala. Dadurch ändert das Feuer immer wieder seine Richtung und nähert sich weiteren Ortschaften.
Löschflugzeuge und Hubschrauber können wegen der gefährlichen Wetterbedingungen nur eingeschränkt eingesetzt werden. Mehrere Maschinen mussten ihre Anflüge abbrechen und zum Stützpunkt zurückkehren.
Mehr als 190 Feuerwehrleute im nächtlichen Einsatz
Mehr als 190 Feuerwehrleute, Einsatzfahrzeuge, freiwillige Helfer und Mitarbeiter örtlicher Dienste sind an den Löscharbeiten beteiligt. Die Einsatzkräfte kämpften die gesamte Nacht gegen die Flammen. Wegen des starken Windes und des schwierigen Geländes gelang es jedoch nicht, die Ausbreitung zu stoppen.
Maria Lioni, Vizepräsidentin des Regionalrats von Rethymno, sprach im staatlichen Fernsehsender ERT von einer „Albtraumnacht“. Das Feuer habe sich weiter Wohngebieten, landwirtschaftlichen Flächen und touristischen Einrichtungen genähert.
Das gesamte Ausmaß der Schäden ist noch nicht bekannt. Eine vollständige Bilanz soll erst erstellt werden, wenn die wichtigsten Brandherde unter Kontrolle sind. Bereits jetzt gibt es Berichte über beschädigte Gebäude, Fahrzeuge, Infrastruktur und große zerstörte Waldflächen.
Zwei Feuerwehrleute sterben in Einsatzfahrzeug
Während des Einsatzes kamen zwei Angehörige der Feuerwehr ums Leben. Ihre Leichen wurden in einem Löschfahrzeug entdeckt, das in den Bereich der sich rasch ausbreitenden Flammen geraten war.
Die genauen Umstände werden untersucht. Nach ersten Erkenntnissen könnte das Team nach einer plötzlichen Änderung der Windrichtung von den übrigen Einsatzkräften abgeschnitten worden sein.
Die griechische Feuerwehr erklärte, die Männer seien bei der Erfüllung ihrer Pflicht gestorben, als sie Menschen, Eigentum und Naturgebiete schützen wollten.
„Sie sind heldenhaft im Dienst gefallen. Heute ist ein außerordentlich schwerer Tag für die gesamte Feuerwehr“, hieß es in einer Mitteilung der Behörde.
Ferienorte und Hotels evakuiert
Der griechische Zivilschutz ordnete die Räumung mehrerer Orte im Süden Kretas an. Dazu gehört auch der beliebte Ferienort Agia Galini an der Küste des Libyschen Meeres.
Rund 8.000 Menschen wurden aus den gefährdeten Gebieten gebracht. Unter den Evakuierten befinden sich Einwohner, Beschäftigte der Tourismusbranche und Urlauber aus Hotels entlang der Küste.
Ein Teil der Touristen wurde mit Bussen in Unterkünfte in sichereren Regionen der Insel gebracht. Weitere Urlauber wurden in den Südosten Kretas transportiert, weit entfernt von der aktiven Feuerfront.
Etwa 700 Einwohner fanden vorübergehend in einer Sporthalle der Gemeinde Festos Unterkunft. Dort wurden Schlafplätze eingerichtet sowie Wasser, Lebensmittel und andere Hilfsgüter ausgegeben.
In einigen Küstengebieten bereiteten die Behörden zudem eine mögliche Evakuierung über das Meer vor. Boote und Schiffe der Küstenwache wurden in Bereitschaft versetzt.
Samaria-Schlucht wegen Brandgefahr geschlossen
Wegen der hohen Waldbrandgefahr wurde auch der Nationalpark rund um die Samaria-Schlucht geschlossen. Die Schlucht gehört zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Kretas.
Die Sperrung gilt seit Donnerstag. Touristen wurden aufgefordert, Bergregionen zu meiden, sich nicht den Brandgebieten zu nähern und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen.
Auf Kreta gilt derzeit Warnstufe vier von fünf. Diese Einstufung steht für eine sehr hohe Gefahr neuer Brände und eine besonders schnelle Ausbreitung des Feuers.
Das deutsche Auswärtige Amt riet Reisenden, die Funktion für Notfallwarnungen auf ihren Mobiltelefonen zu aktivieren. Über dieses System informieren die griechischen Behörden über Evakuierungen, Straßensperren und sichere Fluchtrouten.
Bei unmittelbarer Gefahr sollen Einwohner und Urlauber die europaweite Notrufnummer 112 wählen.
Waldbrände in mehreren Ländern Südeuropas
Schwere Vegetationsbrände wurden Ende Juli nicht nur in Griechenland gemeldet. Auch in Frankreich, Spanien, Italien und der Türkei kämpfen Einsatzkräfte gegen die Flammen.
In mehreren Regionen ordneten die Behörden Evakuierungen an, sperrten Straßen und schlossen Naturparks. Die Löscharbeiten werden durch anhaltende Hitze, Trockenheit, geringe Luftfeuchtigkeit und starke Winde erschwert.
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