Die deutsche Non-Food-Handelskette Mäc-Geiz will im Zuge ihrer finanziellen Restrukturierung rund 50 Filialen schließen. Derzeit betreibt das Unternehmen 183 Geschäfte. Damit könnte mehr als ein Viertel des gesamten Filialnetzes betroffen sein. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Вild.
Welche Standorte konkret geschlossen werden, ist bislang nicht bekannt. Eine endgültige Entscheidung über die künftige Struktur von Mäc-Geiz wird frühestens im Herbst 2026 erwartet.
Gericht eröffnet Verfahren in Eigenverwaltung
Im Mai 2026 hatte Mäc-Geiz beim Amtsgericht Halle in Sachsen-Anhalt einen Insolvenzantrag gestellt.
Zum 1. August eröffnete das Gericht wie vorgesehen das Verfahren in Eigenverwaltung. Dieses Modell ermöglicht es der Unternehmensführung, das operative Geschäft weiterhin selbst zu steuern. Wichtige Entscheidungen werden jedoch von einem gerichtlich bestellten Sachwalter überwacht.
Diese Aufgabe übernimmt der Restrukturierungsexperte Lucas Flöther. Er kontrolliert den Verlauf des Verfahrens im Auftrag des Gerichts und im Interesse der Gläubiger.
Mäc-Geiz erklärte, die Lage im Einzelhandel sei weiterhin schwierig. Die Sanierung des Unternehmens sei daher mit erheblichen strukturellen Veränderungen verbunden.
Unternehmen hat bereits Stellen abgebaut
Seit der Stellung des Insolvenzantrags hat Mäc-Geiz bereits 66 Beschäftigte entlassen. Die Kürzungen betrafen Mitarbeiter im Verkauf, in der Logistik sowie im Servicecenter der Mäc-Geiz Handelsgesellschaft.
Weitere fünf Beschäftigte verloren ihre Stellen bei MTH Retail Services, einem ebenfalls mit dem Handelsgeschäft verbundenen Unternehmen.
Im Zuge der geplanten Schließung von rund 50 Filialen dürfte die Zahl der Mitarbeiter weiter sinken. Nach eigenen Angaben beschäftigt Mäc-Geiz derzeit etwa 1.175 Menschen.
Der Zeitraum für die Zahlung von Insolvenzgeld ist inzwischen abgelaufen. Das Unternehmen muss die Löhne und Gehälter nun wieder aus eigener Kraft finanzieren.
Mäc-Geiz verhandelt mit Vermietern
Die Geschäftsführung führt derzeit Gespräche mit den Vermietern der Filialflächen. Dabei geht es unter anderem um niedrigere Mieten, angepasste Vertragsbedingungen oder die vorzeitige Aufgabe unrentabler Standorte.
Nach Einschätzung des Unternehmens ist eine Verkleinerung des Filialnetzes notwendig, um die Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Von den bislang 183 Geschäften könnten demnach etwa 130 bestehen bleiben.
Die meisten Mäc-Geiz-Filialen befinden sich in den ostdeutschen Bundesländern. Besonders stark vertreten ist die Kette in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin.
Unternehmen nennt Gründe für die Finanzkrise
Mäc-Geiz führt seine wirtschaftlichen Probleme auf mehrere Entwicklungen im Einzelhandel zurück.
Zu den wichtigsten Belastungsfaktoren zählen:
- die schwächere Konsumnachfrage;
- die gestiegenen Lebenshaltungskosten;
- hohe Energiepreise;
- zunehmende Personalkosten;
- starker Wettbewerb im stationären Handel;
- der wachsende Druck durch Onlinehändler.
Wegen der hohen laufenden Kosten arbeiten einzelne Filialen nicht mehr rentabel. Durch die Schließung wirtschaftlich schwacher Standorte will sich das Unternehmen künftig auf Geschäfte mit besseren Ergebnissen konzentrieren.
Eigentümer Kodi ebenfalls in der Krise
Im Februar 2026 wurde Mäc-Geiz vom Konkurrenten Kodi übernommen. Auch Kodi ist im Non-Food-Einzelhandel tätig und verkauft unter anderem Haushaltswaren, Reinigungsprodukte und Schreibwaren.
Inzwischen befindet sich jedoch auch Kodi erneut in einem Insolvenzverfahren. Dadurch wird die Suche nach einer langfristigen Lösung für Mäc-Geiz zusätzlich erschwert.
Die Filialen von Mäc-Geiz bleiben vorerst regulär geöffnet. Die Liste der Geschäfte, die geschlossen werden sollen, dürfte erst nach Abschluss der Verhandlungen mit den Vermietern und nach Verabschiedung des Restrukturierungsplans veröffentlicht werden.
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