Ein schweres Unwetter hat am Abend des 19. August das Bundesland Hessen getroffen. Besonders große Schäden entstanden im Lahn-Dill-Kreis. Meteorologen gehen aufgrund des Schadensbildes davon aus, dass dort ein Tornado durchgezogen ist. Besonders betroffen war die Stadt Solms: Der Sturm deckte Dächer ab, entwurzelte Bäume und schleuderte Trümmer durch die Straßen. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf hessenschau.
Die Einsatzkräfte waren die gesamte Nacht mit den Folgen des Unwetters beschäftigt. Einige Gebäude wurden so stark beschädigt, dass Bewohner vorerst nicht in ihre Häuser zurückkehren können. Schäden wurden außerdem aus Wetzlar, Laubach, Schlitz und weiteren Orten in Hessen gemeldet.
Tornado hinterlässt schwere Schäden in Solms
Solms im Lahn-Dill-Kreis gehörte zu den am stärksten betroffenen Orten. Nach dem Durchzug der Gewitterfront lagen umgestürzte Bäume, Dachteile, Holzstücke und andere Trümmer auf Straßen und Grundstücken.
Nach Einschätzung von Meteorologen des Hessischen Rundfunks deutet das Schadensbild auf einen Tornado hin. Der rotierende Luftwirbel erfasste Äste, Staub und Teile von Gebäuden und schleuderte sie durch die Luft.
Am Morgen des 20. August waren in Solms noch mehrere Straßen gesperrt. Auf Aufnahmen aus dem betroffenen Gebiet waren Häuser zu sehen, deren Dächer teilweise oder vollständig abgedeckt worden waren. Einzelne Holzteile wurden mehrere Hundert Meter weit getragen.
Die Solmser Bürgermeisterin Katharina Didlapp berichtete von zahlreichen beschädigten Dächern und umgestürzten Bäumen. Mehrere Familien konnten zunächst nicht in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren. Bei einigen Gebäuden musste geprüft werden, ob sie weiterhin bewohnbar sind.
Rund 60 Häuser in Wetzlar beschädigt
Auch im benachbarten Wetzlar richtete das Unwetter erhebliche Schäden an. Nach Angaben der Feuerwehr wurden dort rund 60 Wohnhäuser beschädigt.
Das Ausmaß war unterschiedlich: Bei einigen Gebäuden löste der Sturm einzelne Teile der Dacheindeckung, bei anderen wurden größere Bereiche des Daches zerstört. Trümmer von Gebäuden wurden teilweise rund 100 Meter von ihrem ursprünglichen Standort entfernt gefunden.
Die Einsatzkräfte waren damit beschäftigt, Straßen freizuräumen, lose Bauteile zu sichern und beschädigte Gebäude zu kontrollieren. Einige Verkehrsverbindungen im Lahn-Dill-Kreis blieben auch am Donnerstagmorgen gesperrt.
Umgestürzter Baum beschädigt Gastank
Eine besonders gefährliche Situation entstand in Laubach im Landkreis Gießen. Dort stürzte ein Baum auf einen Flüssiggastank an einem Wohngebäude und beschädigte ihn.
Nachdem Gas ausgetreten war, evakuierten die Einsatzkräfte vorsorglich Menschen im Umkreis von etwa 200 Metern. Bewohner durften ihre Häuser vorübergehend nicht betreten. Wegen der möglichen Entzündungsgefahr galten in dem abgesperrten Bereich besondere Sicherheitsmaßnahmen.
Auch im Vogelsbergkreis waren die Feuerwehren nach dem Sturm im Dauereinsatz. Zahlreiche Meldungen betrafen vor allem Bäume, die auf Straßen gestürzt waren und Verkehrswege blockierten.
In Schlitz beschädigte der Sturm mehrere Dächer. Außerdem stürzte dort ein Baum auf einen Camper, in dem sich eine Familie befand. Die Insassen konnten gerettet werden.
Straßen nach dem Unwetter gesperrt
Das schwere Unwetter beeinträchtigte den Verkehr in mehreren Teilen Hessens. Auch am Morgen des 20. August waren einzelne Straßen wegen umgestürzter Bäume, Trümmer oder notwendiger Aufräumarbeiten gesperrt.
Betroffen war unter anderem die B457 zwischen der A5-Anschlussstelle Fernwald und Gießen. Weitere Straßensperrungen gab es unter anderem bei Kiedrich im Rheingau-Taunus-Kreis sowie in Oberndorf im Lahn-Dill-Kreis.
Auf der Autobahn A485 ereignete sich während des Unwetters zudem ein Verkehrsunfall. Nach Angaben der Polizei wurden dabei vier Menschen leicht verletzt.
Gewitterfront zieht über mehrere Regionen Hessens
Starker Wind, Gewitter und heftiger Regen trafen am Abend des 19. August nicht nur Mittelhessen. Auch aus dem Raum Frankfurt, Offenbach, Fulda und weiteren Teilen des Bundeslandes wurden Unwetterschäden gemeldet.
In Offenbach löste der Wind mehrere Metallplatten von einem Gebäude an der Berliner Straße. Der betroffene Straßenabschnitt musste daraufhin vorübergehend gesperrt werden.
In Fulda wurde wegen der herannahenden Gewitter ein Konzert des Sängers Rian im Museumshof vorzeitig beendet. Die Veranstalter reagierten damit auf die sich verschärfende Wetterlage und brachten die Besucher in Sicherheit.
Örtlich fielen während der Nacht bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter. Bis zum Morgen des 20. August war die stärkste Gewitterfront aus Hessen abgezogen und die Wetterlage beruhigte sich zunehmend.
Unwetter trifft auch benachbarte Regionen
Die schweren Gewitter verursachten nicht nur in Hessen Schäden. Auch im benachbarten Rheinland-Pfalz kam es zu einem tödlichen Zwischenfall.
In Waldorf stürzte während des Unwetters ein Baum auf einen überdachten Bereich, unter dem zwei Frauen Schutz gesucht hatten. Eine Frau kam ums Leben, die zweite erlitt schwere Verletzungen. Der Baum war durch die starken Windböen entwurzelt worden.
Lesen Sie auch: Europas letztes Sommer-Skigebiet stoppt Skibetrieb wegen Hitze
