Suchmannschaften in Pakistan haben die Überreste der US-amerikanischen Bergsteigerin Mallory Geis entdeckt. Sie galt als letztes vermisstes Mitglied einer internationalen Expedition am Broad Peak. Bei dem Lawinenunglück kamen alle zehn Teilnehmer der Gruppe ums Leben. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf independent.
Überreste von Mallory Geis von lokalen Helfern entdeckt
Über das Ende der Suche nach der US-Bergsteigerin informierte Irfan Arshad Khan, Präsident des Alpine Club of Pakistan. Seinen Angaben zufolge wurden die Überreste von Geis von lokalen Freiwilligen gefunden, die in der Hochgebirgsregion an der Suche beteiligt waren.
Für die US-Amerikanerin war es der erste Versuch, einen Achttausender in Pakistan zu besteigen. Nach der Bestätigung ihres Todes teilte ihre Familie mit, Mallory sei ein lebensfroher Mensch gewesen, der von seiner Familie und seinen Freunden sehr geliebt worden sei.
Die Suchaktion dauerte mehrere Wochen. Am 30. Juli hatte die Expedition den Kontakt zum Basislager verloren. Später kamen die Behörden zu dem Schluss, dass alle zehn Bergsteiger von einer Lawine erfasst und getötet worden waren.
Alle zehn Mitglieder der Expedition kamen ums Leben
Geleitet wurde die internationale Gruppe von dem bekannten britisch-nepalesischen Bergsteiger Nirmal Purja, der auch unter dem Namen Nims Dai bekannt war. Zuvor hatten Suchmannschaften bereits seine Überreste sowie die Leichen von Wang Zhong, Nima Sherpa und Kili Pemba Sherpa gefunden.
Purja wurde weltweit bekannt, nachdem er 2019 alle 14 Berge mit einer Höhe von mehr als 8.000 Metern innerhalb von 189 Tagen bestiegen hatte. Seine Expedition wurde in der Netflix-Dokumentation „14 Peaks: Nothing Is Impossible“ festgehalten. Sein Rekord wurde später gebrochen.
Der Präsident des Alpine Club of Pakistan bezeichnete das Unglück als schweren Verlust für die internationale Bergsteigergemeinschaft. An den Such- und Bergungsarbeiten waren Militärangehörige, zivile Rettungskräfte, Sherpas und lokale Freiwillige beteiligt.
Schlechtes Wetter erschwerte die Bergung
Während einer der letzten Suchaktionen entdeckten die Rettungskräfte vier Leichen, konnten jedoch zunächst nur drei bergen. Wegen starker Wetterverschlechterungen mussten die Flüge der Such- und Rettungshubschrauber zeitweise eingestellt werden.
Zu den geborgenen Toten gehörten Mallory Geis, der omanische Bergsteiger Natir Ahmed und der nepalesische Bergsteiger Bahadur Gurung.
Der pakistanische Bergsteiger Sohail Sahi, der ebenfalls seit dem 30. Juli vermisst worden war, war bereits zuvor von lokalen Freiwilligen gefunden worden. Seine Leiche wurde bis zum Basislager gebracht. Von dort sollte sie bei besseren Wetterbedingungen mit einem Hubschrauber ausgeflogen werden.
Für Sahi sollte die Besteigung des Broad Peak die letzte große Expedition werden. Er arbeitete als Bergführer für das auf Abenteuerreisen spezialisierte Unternehmen Moving Mountains und war außerdem als Geograf und Hochgebirgsfotograf tätig. Zuvor hatte er mehrere bedeutende Gipfel bestiegen.
Bergsteiger aus sechs Ländern gehörten zur Gruppe
An der Expedition nahmen Bergsteiger aus Nepal, Oman, Pakistan, China, Großbritannien und den USA teil.
Während die Such- und Bergungsarbeiten weiterliefen, fand in Islamabad eine Gedenkveranstaltung für die Opfer statt. Bergsteiger, Diplomaten und Vertreter der Zivilgesellschaft gedachten der Toten bei einer Kerzenzeremonie.
Der Broad Peak liegt im Karakorum in Pakistan unweit des K2. Mit einer Höhe von 8.051 Metern ist er der zwölfthöchste Berg der Welt.
Der Norden Pakistans gehört zu den anspruchsvollsten Regionen für Höhenbergsteiger. Zu den größten Gefahren zählen Lawinen, Steinschlag, Eisabbrüche, extreme Höhenlagen und schnell wechselnde Wetterbedingungen.
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