Der frühere ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat einer Tätigkeit als Berater des italienischen Verteidigungsministers Guido Crosetto zugestimmt. In seiner neuen Funktion soll sich der ukrainische Politiker mit der Einführung innovativer Technologien im Verteidigungsbereich befassen. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf zdfheute.
Crosetto gab die Vereinbarung nach einem Treffen mit Fedorow in Rom bekannt. Nach Angaben des italienischen Ministers war dem ukrainischen Ex-Regierungsmitglied die Position bereits zuvor angeboten worden. Nun habe Fedorow das Angebot offiziell angenommen.
Fedorow berät Italien zu Drohnen und Luftverteidigung
Bei den Gesprächen konzentrierten sich beide Seiten auf die Entwicklung von Drohnen, unbemannten militärischen Systemen und Mitteln zur Luftverteidigung. Crosetto betonte, Fedorow verfüge über umfangreiche praktische Erfahrungen auf diesen Gebieten, die die Ukraine während des russischen Angriffskrieges gesammelt habe.
Die rasante technologische Entwicklung zwinge Italien dazu, die Modernisierung seiner Streitkräfte zu beschleunigen, erklärte der Verteidigungsminister. Das italienische Verteidigungssystem müsse schneller auf neue Bedrohungen reagieren und moderne Lösungen zügiger einführen.
Fedorow soll dem italienischen Ministerium dabei helfen, ukrainische Erfahrungen mit militärischen Technologien nutzbar zu machen. Dabei geht es unter anderem um den Einsatz unbemannter Plattformen, die Entwicklung technologischer Produktionskapazitäten und einen besseren Schutz vor Angriffen aus der Luft.
Fedorows wichtigste Aufgabe bleibt seine Arbeit in der Ukraine
Fedorow bedankte sich bei der italienischen Seite für das Angebot und bestätigte, dass er an der Weiterentwicklung moderner Verteidigungstechnologien mitarbeiten werde. Er wolle Italien dabei unterstützen, seinen Verteidigungssektor zu stärken und an neue globale Sicherheitsherausforderungen anzupassen.
Zugleich betonte der frühere Minister, dass die Beratertätigkeit nicht das Ende seiner Arbeit in der Ukraine bedeute. Ukrainische Verteidigungsprojekte blieben weiterhin seine wichtigste Aufgabe.
„Ich setze meine Arbeit in der Ukraine an zentralen Projekten fort, die unsere Verteidigung stärken und uns dabei helfen, internationale Ressourcen zu mobilisieren“, erklärte Fedorow.
Der ehemalige Minister verwies zudem auf die besonderen praktischen Erfahrungen, die die Ukraine im technologisch geprägten Krieg gesammelt habe. Kyjiw sei bereit, diese Erkenntnisse mit Verbündeten zu teilen, die ihre eigenen Sicherheits- und Verteidigungssysteme reformieren.
Fedorows Entlassung löste Proteste in der Ukraine aus
Mychajlo Fedorow wurde im Juli 2026 als ukrainischer Verteidigungsminister entlassen. Die Entscheidung der Staatsführung sorgte in Teilen der ukrainischen Gesellschaft für Unmut und führte zu Protesten. Zum Zeitpunkt seiner Entlassung hatte Fedorow das Verteidigungsministerium sechs Monate lang geleitet.
Präsident Wolodymyr Selenskyj ernannte Generalmajor Jewhen Chmara zu Fedorows kommissarischem Nachfolger. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges war Fedorow bereits der vierte Leiter des ukrainischen Verteidigungsministeriums, der sein Amt abgeben musste.
Vor seinem Wechsel in das Verteidigungsressort war Fedorow stellvertretender Ministerpräsident und Minister für digitale Transformation. In dieser Funktion verantwortete er die Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen, die Entwicklung des Technologiesektors, die staatliche Plattform „Diia“ sowie mehrere Projekte im Bereich militärischer Innovationen.
Fedorow gilt als möglicher Konkurrent Selenskyjs
Nach Angaben des deutschen Fernsehsenders ZDF wird der 35-jährige Fedorow als einer der möglichen politischen Konkurrenten von Präsident Wolodymyr Selenskyj betrachtet. Sein Name wurde wiederholt im Zusammenhang mit einer möglichen Kandidatur bei künftigen Präsidentschaftswahlen genannt.
Vor diesem Hintergrund brachten einige Beobachter Fedorows Entlassung nicht nur mit einer Regierungsumbildung, sondern auch mit innenpolitischen Machtkämpfen in Verbindung. Der frühere Minister erklärte nach seinem Ausscheiden, er werde weiterhin an ukrainischen Verteidigungsprogrammen und an der Mobilisierung internationaler Unterstützung arbeiten.
Die Beratertätigkeit in Italien wird damit zu einem Bestandteil von Fedorows internationaler Arbeit. Hinweise darauf, dass er die Ukraine verlassen oder vollständig in das italienische Verteidigungsministerium wechseln will, gibt es bislang nicht.
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