Der deutsche Logistikkonzern Deutsche Post AG hat seine rechtliche Umbenennung abgeschlossen. Seit dem 1. September 2026 firmiert die Muttergesellschaft unter dem Namen DHL AG. Die Änderung wurde bereits ins Handelsregister eingetragen. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf web.
Die Aktionäre hatten der Umbenennung auf der Hauptversammlung im Mai zugestimmt. Auch an der Börse wird das Unternehmen künftig nicht mehr unter Deutsche Post, sondern unter DHL geführt.
Die Marke Deutsche Post bleibt bestehen
Der Name Deutsche Post verschwindet nicht vollständig. Er bleibt für eine eigenständige Tochtergesellschaft erhalten, die künftig für die Brief- und Paketzustellung in Deutschland zuständig ist.
Für Kundinnen und Kunden sollen Postfilialen, Briefkästen, Packstationen und weitere Dienstleistungen wie gewohnt verfügbar bleiben. Die Muttergesellschaft DHL AG übernimmt vor allem die strategische Steuerung und Koordination der internationalen Geschäftsbereiche.
Durch die neue Struktur steht das deutsche Brief- und Paketgeschäft künftig auf derselben organisatorischen Ebene wie andere Konzernbereiche, darunter DHL Express.
Warum Deutsche Post in DHL umbenannt wurde
Als Hauptgrund für die Umbenennung nennt das Unternehmen seine zunehmende internationale Ausrichtung. Deutsche Post übernahm DHL im Jahr 2002 und baute anschließend ihr Geschäft außerhalb Deutschlands kontinuierlich aus.
Bereits 2023 wurde der Markenname Deutsche Post DHL Group in DHL Group geändert. Die offizielle Firmenbezeichnung und der Börsenname blieben jedoch zunächst Deutsche Post AG. Mit der Eintragung von DHL AG ins Handelsregister ist dieser Prozess nun abgeschlossen.
Die Abkürzung DHL geht auf die Nachnamen der Unternehmensgründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn zurück.
Der Großteil des Gewinns entsteht im Ausland
Im ersten Halbjahr 2026 entfielen rund 20 Prozent des Konzernumsatzes auf das deutsche Brief- und Paketgeschäft. Zum operativen Gewinn steuerte dieser Bereich lediglich etwa 12 Prozent bei.
Das deutsche Postgeschäft steht seit Jahren unter Druck, weil Privatpersonen und Unternehmen immer stärker auf digitale Kommunikation setzen. Dadurch geht die Zahl der klassischen Briefsendungen kontinuierlich zurück.
Deutlich profitabler ist das internationale Expressgeschäft. Es erwirtschaftete im ersten Halbjahr etwa 30 Prozent des Umsatzes und rund 60 Prozent des operativen Gewinns. Solche zeitkritischen Lieferungen werden vor allem von Unternehmen genutzt, beispielsweise für wichtige Dokumente oder dringend benötigte Ersatzteile.
So viel kostete die Umstrukturierung
Die Umbenennung und Neuordnung der Konzernstruktur kosteten rund 37 Millionen Euro. Die Ausgaben entstanden unter anderem durch die Trennung von IT-Systemen, juristische Dienstleistungen und weitere organisatorische Maßnahmen.
Für die eigenständige Tochtergesellschaft Deutsche Post AG werden künftig zusätzliche jährliche Kosten von etwa drei Millionen Euro erwartet.
Der Konzernsitz bleibt in Bonn. Auch das Posthorn auf dem Dach der Zentrale soll erhalten bleiben. Auf dem Gelände werden weiterhin sowohl DHL- als auch Deutsche-Post-Logos zu sehen sein.
Was ändert sich für Kunden in Deutschland?
Nach Angaben des Unternehmens hat die Umbenennung der Muttergesellschaft keine praktischen Folgen für Verbraucher. Deutsche Post wird weiterhin Briefe und Pakete zustellen sowie Filialen, Packstationen und Briefkästen betreiben.
Auch die Verpflichtungen als Universaldienstleister bleiben bestehen. Dazu gehören gesetzliche Vorgaben zur Zustellgeschwindigkeit, zur Erreichbarkeit von Filialen und zur Dichte des Briefkastennetzes.
Für die Beschäftigten sollen durch die neue Konzernstruktur ebenfalls keine Nachteile entstehen.
Umbenennung stößt auf politische Kritik
Einige deutsche Politiker kritisierten die Entscheidung, weil der Name Deutsche Post künftig nicht mehr als internationale Konzernbezeichnung verwendet wird.
Auf dem deutschen Markt bleibt die bekannte Marke jedoch erhalten. Sie wird weiterhin für Brief- und Paketdienstleistungen innerhalb Deutschlands eingesetzt.
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