In Berlin wurde am 20. September ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr liegt die erste Prognose zum Wahlausgang vor. Demnach kommt Die Linke auf 24,5 Prozent der Stimmen und liegt damit zunächst auf dem ersten Platz. Die endgültige Kräfteverteilung steht jedoch erst nach Auszählung der Stimmen fest. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf welt.
Mit der Wahl 2026 wird die Zusammensetzung des Berliner Abgeordnetenhauses neu bestimmt. Davon hängt auch ab, welche Parteien künftig den Senat bilden können. Gleichzeitig wurden in den zwölf Berliner Bezirken die Bezirksverordnetenversammlungen neu gewählt.
Wie sehen die ersten Ergebnisse der Berlin-Wahl 2026 aus?
Die unmittelbar nach Schließung der Wahllokale veröffentlichte erste Prognose sieht Die Linke deutlich vorne. Die Partei erreicht demnach 24,5 Prozent der Stimmen.
Dahinter folgen CDU, Alternative für Deutschland und Grüne. Die Werte können sich im Verlauf des Wahlabends noch verändern. Nach den ersten Prognosen folgen Hochrechnungen, in die zunehmend tatsächlich ausgezählte Stimmen einfließen.
Ein vorläufiges amtliches Endergebnis steht erst nach Abschluss der Auszählung fest. Die ersten Zahlen des Wahlabends sind daher nicht mit dem endgültigen Wahlergebnis gleichzusetzen.
Wie war die Ausgangslage vor der Wahl?
Vor dem Wahltag gab es in Berlin keinen eindeutigen Spitzenreiter. Die letzten Umfragen zeigten einen engen Wettbewerb zwischen Linken und CDU. Auch AfD und Grüne lagen mit relevanten Stimmenanteilen dahinter.
Im BerlinTrend vom 10. September kam Die Linke auf 21 Prozent, die CDU auf 20 Prozent, die AfD auf 18 Prozent und die Grünen auf 16 Prozent. Die SPD erreichte 12 Prozent. Zwischen den beiden stärksten Parteien lag damit lediglich ein Prozentpunkt.
Noch Anfang September hatte sich ein anderes Bild gezeigt: Die CDU lag bei 21 Prozent, Die Linke bei 19 Prozent, während Grüne und AfD jeweils 18 Prozent erreichten. Die Werte machten deutlich, wie eng das Rennen vor dem Wahltag war.
Wie hoch war die Wahlbeteiligung in Berlin?
Die Beteiligung an der Wahl am 20. September lag zwischenzeitlich deutlich über dem Niveau der vorherigen Abstimmung. Bis 16 Uhr hatten 58,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
Zum Vergleich: Bei der Wiederholungswahl 2023 lag die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt bei 48,8 Prozent. Der Unterschied beträgt damit fast zehn Prozentpunkte.
Insgesamt sind bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus rund 2,5 Millionen Menschen stimmberechtigt. 2026 dürfen erstmals auch 16- und 17-Jährige bei dieser Wahl ihre Stimme abgeben.
Warum wählt Berlin bereits 2026 wieder ein Parlament?
Die aktuelle Abstimmung findet nur rund dreieinhalb Jahre nach der Wiederholungswahl von 2023 statt. Hintergrund sind die Probleme bei der ursprünglichen Wahl im Jahr 2021.
Damals wurde das Berliner Abgeordnetenhaus gleichzeitig mit dem Bundestag gewählt. In zahlreichen Wahllokalen kam es zu organisatorischen Schwierigkeiten. Teilweise fehlten Stimmzettel, andernorts wurden falsche Unterlagen ausgegeben. Vor mehreren Wahllokalen bildeten sich zudem lange Warteschlangen.
Die Wahl zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen musste deshalb im Februar 2023 vollständig wiederholt werden. Die reguläre fünfjährige Wahlperiode begann dadurch jedoch nicht von Neuem. Deshalb stand die nächste reguläre Wahl bereits im September 2026 an.
Wie fielen die Ergebnisse der vorherigen Wahl aus?
Bei der Wiederholungswahl 2023 wurde die CDU mit 28,2 Prozent stärkste Kraft. SPD und Grüne erreichten jeweils 18,4 Prozent.
Die Linke kam damals auf 12,2 Prozent, die AfD auf 9,1 Prozent. Auf die übrigen Parteien entfielen zusammen rund neun Prozent der Stimmen.
Nach der Wahl bildeten CDU und SPD die Landesregierung. Vor der Wahl 2026 hatte sich die politische Ausgangslage jedoch deutlich verändert. Die Umfragen vor dem Wahltag ließen keine Mehrheit für eine einfache Fortsetzung der bestehenden Koalition erkennen.
Welche Koalitionen könnten nach der Wahl eine Mehrheit haben?
Welche Regierungsmehrheit möglich ist, hängt von der endgültigen Stimmen- und Sitzverteilung im Abgeordnetenhaus ab. Eine Fortsetzung der Koalition aus CDU und SPD hätte nach den Umfragen vor der Wahl voraussichtlich weitere Unterstützung benötigt.
Zu den rechnerisch diskutierten Konstellationen gehörten Bündnisse aus Linken, Grünen und SPD sowie aus CDU, Grünen und SPD. Für eine tatsächliche Regierungsbildung sind allerdings neben der Sitzverteilung auch die politischen Positionen und Koalitionsaussagen der Parteien entscheidend.
SPD, Grüne, Linke und CDU hatten eine Regierungskoalition mit der AfD ausgeschlossen. Auch zwischen den übrigen Parteien bestehen in mehreren zentralen politischen Fragen Differenzen.
Wer könnte Berlin nach der Wahl regieren?
Das Wahlergebnis entscheidet nicht automatisch darüber, wer künftig an der Spitze Berlins steht. Der Regierende Bürgermeister beziehungsweise die Regierende Bürgermeisterin wird vom Abgeordnetenhaus gewählt. Entscheidend ist deshalb, welche Parteien eine parlamentarische Mehrheit bilden können.
Die Linke trat mit Elif Eralp als Spitzenkandidatin an. Für die CDU ging Stefan Evers ins Rennen, für die SPD Steffen Krach und für die Grünen Werner Graf.
Das neu gewählte Abgeordnetenhaus muss spätestens sechs Wochen nach der Wahl zusammentreten. Die konstituierende Sitzung ist für den 29. Oktober vorgesehen. Erst wenn sich parlamentarische Mehrheiten abzeichnen, wird klarer, welche Parteien Berlin künftig gemeinsam regieren könnten.
Wann steht das endgültige Ergebnis der Berlin-Wahl fest?
Die Stimmenauszählung läuft am Abend des 20. September. Im Verlauf des Abends werden weitere Hochrechnungen veröffentlicht, die zunehmend auf tatsächlich ausgezählten Stimmzetteln beruhen.
Das vorläufige amtliche Endergebnis wird nach Abschluss der Auszählung erwartet. Das endgültige amtliche Wahlergebnis wird anschließend vom zuständigen Landeswahlausschuss festgestellt.
Der Wert von 24,5 Prozent für Die Linke ist deshalb zunächst als Prognose zu verstehen und stellt noch kein endgültiges amtliches Wahlergebnis dar.
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