Mitsubishi hat die neue Generation des Pajero offiziell vorgestellt. Der traditionsreiche japanische Geländewagen kehrt nach einer fünfjährigen Pause zurück und übernimmt die Rolle des SUV-Flaggschiffs der Marke. Produziert wird das Modell in Thailand – im selben Werk, in dem auch der Pick-up L200 beziehungsweise Triton gebaut wird. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf auto-motor-und-sport.
Der neue Mitsubishi Pajero setzt weiterhin auf klassische Geländewagentechnik: einen robusten Rahmen, einen Dieselmotor, einen vollwertigen Allradantrieb und eine Geländeuntersetzung. Das Fahrzeug bietet drei Sitzreihen und Platz für bis zu sieben Personen.
Design des neuen Mitsubishi Pajero
Die fünfte Pajero-Generation besitzt eine kantige Karosserie mit geraden Linien, einer steilen Front und markanten Radhäusern. Mehrere Gestaltungselemente erinnern an frühere Generationen des Geländewagens.
Die Form der hinteren D-Säule soll an den Überrollbügel des offenen Pajero der ersten Generation erinnern. Die sechseckige Gestaltung der Heckklappe greift die Konturen des früher außen montierten Ersatzrades auf. Beim neuen Modell befindet sich jedoch kein Ersatzrad mehr an der Heckklappe.
Eine hohe Dachlinie und nahezu senkrechte Seitenflächen sollen für mehr Platz im Innenraum sorgen. Gleichzeitig behält das Fahrzeug die typischen Proportionen eines klassischen Geländewagens mit Leiterrahmen.
Siebensitziger Innenraum und große Displays
Im Innenraum verwendet Mitsubishi ein breites, horizontal gegliedertes Armaturenbrett. In den höher ausgestatteten Varianten besteht die digitale Anzeigeeinheit aus zwei jeweils 14,3 Zoll großen Bildschirmen. Günstigere Ausführungen erhalten 12,3-Zoll-Displays.
Das digitale Kombiinstrument orientiert sich optisch an der traditionellen dreigeteilten Instrumentenanordnung des Pajero. Neben den üblichen Fahrdaten kann es die Höhe über dem Meeresspiegel, die Kompassrichtung, die Außentemperatur sowie den Nick- und Wankwinkel des Fahrzeugs anzeigen.
Der neue Pajero verfügt über drei Sitzreihen und sieben Plätze. Die zweite Reihe lässt sich um 150 Millimeter in Längsrichtung verschieben. Dadurch kann der Platz für die Passagiere flexibel angepasst und der Zugang zur dritten Sitzreihe erleichtert werden. Im Fond wurde zudem die Bein- und Kopffreiheit vergrößert.
Pajero kehrt zum Leiterrahmen zurück
Die Basis des neuen Geländewagens bildet ein hochfester Leiterrahmen. Mitsubishi verwendet dafür spezielle Stahlsorten und Rahmenelemente mit besonders großen Querschnitten. Die Konstruktion soll die Torsions- und Biegesteifigkeit bei Fahrten im Gelände sowie beim Transport schwerer Lasten erhöhen.
An der Vorderachse kommt eine unabhängige Doppelquerlenker-Aufhängung zum Einsatz. Hinten verwendet Mitsubishi eine Starrachse mit Fünflenker-Konstruktion und Schraubenfedern. Diese Anordnung ermöglicht große Federwege und soll auch auf schwierigem Untergrund einen möglichst guten Bodenkontakt gewährleisten.
Dieselmotor und Achtgang-Automatik
Der Mitsubishi Pajero wird von einem 2,4-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel mit variabler Turbinengeometrie angetrieben. Das maximale Drehmoment beträgt 480 Nm.
Die genaue Motorleistung hat Mitsubishi bislang nicht veröffentlicht. Im Pick-up Mitsubishi L200 leistet ein vergleichbarer Dieselmotor bis zu 204 PS.
Der Motor ist mit einem neu entwickelten Achtgang-Automatikgetriebe verbunden. Die Automatik verfügt außerdem über einen Sportmodus, der die Schaltstrategie verändert.
Allradantrieb Super Select 4WD-II
Der neue Pajero erhält eine weiterentwickelte Version des Allradsystems Super Select 4WD-II. Der Fahrer kann zwischen vier Antriebsmodi wählen:
- 2H – Hinterradantrieb für normale Straßenverhältnisse;
- 4H – permanenter Allradantrieb;
- 4HLc – Allradantrieb mit gesperrtem Mitteldifferenzial;
- 4LLc – gesperrtes Mitteldifferenzial mit Geländeuntersetzung.
Das System arbeitet mit der Fahrdynamikregelung Super All Wheel Control zusammen. Sie verbindet die aktive Giermomentregelung mit Traktionskontrolle, Stabilitätsprogramm und ABS. Durch gezielte Bremseingriffe an den Vorderrädern kann die Elektronik das Fahrverhalten in Kurven und auf rutschigem Untergrund korrigieren.
Zur Verfügung stehen sieben Fahrprogramme: Normal, Eco, Gravel, Snow, Mud, Sand und Rock. Je nach gewähltem Modus passt das Fahrzeug die Steuerung von Motor, Getriebe, Allradantrieb und Stabilitätssystemen an den jeweiligen Untergrund an.
360-Grad-Kameras und Blick unter das Fahrzeug
Zur Ausstattung des Pajero gehört das Kamerasystem 3D Multi Around Monitor. Vier Außenkameras erzeugen eine Rundumsicht auf das Fahrzeug und seine unmittelbare Umgebung.
Ein zusätzlicher Modus zeigt den Bereich vor dem Stoßfänger und unter der Fahrzeugfront. Die Funktion wird automatisch aktiviert, wenn der Fahrer 4HLc oder 4LLc auswählt. Dadurch lassen sich Steine, tiefe Spurrillen und andere Hindernisse erkennen, die vom Fahrersitz aus nicht sichtbar sind.
Marktstart des neuen Mitsubishi Pajero
Als erster Markt erhält Thailand den neuen Pajero. Dort soll der Verkauf noch im Geschäftsjahr 2026 beginnen. Anschließend wird das Modell in Japan und Australien eingeführt.
Ab dem Geschäftsjahr 2027 plant Mitsubishi eine schrittweise Markteinführung in rund 100 Ländern. Dazu gehören Märkte in Asien, Lateinamerika, dem Nahen Osten sowie Australien und Ozeanien.
In einigen Ländern wird der Geländewagen erneut unter der Bezeichnung Mitsubishi Montero angeboten. Eine Markteinführung in Europa wurde bislang nicht angekündigt. Preise und vollständige Ausstattungsvarianten will Mitsubishi zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.
Rückkehr fünf Jahre nach dem Produktionsende
Die internationale Produktion des vorherigen Mitsubishi Pajero wurde 2021 eingestellt. In Japan war die Fertigung bereits 2019 beendet worden. Seit dem Debüt im Jahr 1982 produzierte Mitsubishi mehr als 3,29 Millionen Fahrzeuge aus vier Generationen. Der Pajero wurde in über 170 Ländern und Regionen verkauft.
Auch im Motorsport spielte das Modell eine wichtige Rolle. Mitsubishi errang mit dem Pajero zwölf Gesamtsiege bei der Rallye Dakar, darunter sieben Siege in Folge.
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