Der slowenische Radprofi Tadej Pogačar ist nach einem schweren Sturz auf der achten Etappe der Vuelta a España ins Krankenhaus gebracht worden. Bei den Untersuchungen wurde bei dem 27-Jährigen ein stabiler Bruch des siebten Halswirbels sowie ein verschobener Bruch des linken Schlüsselbeins diagnostiziert. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Вild.
Zudem erlitt der amtierende Weltmeister eine Gehirnerschütterung und zahlreiche Schürfwunden. Nach Angaben seines Teams UAE Team Emirates-XRG befindet sich der Fahrer in einem stabilen Zustand. Schwere neurologische Beeinträchtigungen seien nicht festgestellt worden. Das Team bestätigte die Diagnosen.
Pogačar stürzte rund 30 Kilometer vor dem Ziel
Der Unfall ereignete sich am 29. August etwa 31 bis 33 Kilometer vor dem Ziel der achten Etappe zwischen Puçol und Xeraco. Pogačar verlor die Kontrolle über sein Fahrrad und prallte mit hoher Geschwindigkeit auf die Fahrbahn.
Die Rennärzte versorgten ihn noch an der Unfallstelle. Der Slowene konnte die Etappe nicht fortsetzen. Er wurde auf einer Trage stabilisiert und anschließend mit einem Krankenwagen in eine Klinik gebracht. Es war das erste Mal in seiner Profikarriere, dass Pogačar eine Rundfahrt vorzeitig aufgeben musste.
Zum Zeitpunkt des Sturzes führte er die Gesamtwertung der Vuelta an, trug das Rote Trikot und hatte bereits drei Etappen gewonnen. Nach seinem Ausscheiden übernahm der Spanier Enric Mas die Führung im Gesamtklassement. Reuters berichtete über den Unfall und die Veränderungen in der Gesamtwertung.
Operation am Schlüsselbein vorerst verschoben
Der medizinische Leiter von UAE Team Emirates-XRG, Adrian Rotunno, erklärte, dass der verschobene Bruch des linken Schlüsselbeins operiert werden müsse. Ein Termin für den Eingriff steht allerdings noch nicht fest.
Wegen der Gehirnerschütterung wurde die Operation zunächst verschoben. Vor dem Eingriff muss Pogačar weiter beobachtet und zusätzlich untersucht werden. Der stabile Bruch des siebten Halswirbels führte nach bisherigen Erkenntnissen zu keinen neurologischen Ausfällen, erfordert jedoch eine Ruhigstellung und eine engmaschige medizinische Überwachung.
Nach der Untersuchung im Krankenhaus von Gandía wurde Pogačar auf einer Trage aus der Klinik gebracht. Spanische Medien berichteten über eine anschließende Verlegung nach Barcelona. Dort soll er operiert werden, sobald sein Gesundheitszustand dies zulässt. Die spanische Sportzeitung AS berichtete über die Behandlung.
Pogačar veröffentlicht Foto aus dem Krankenhaus
Am Morgen nach dem Unfall wandte sich der Radprofi über Instagram an seine Follower. Er veröffentlichte ein Foto, auf dem sein Hals durch eine Orthese stabilisiert ist. Auch die versorgten Verletzungen an Kopf, Schulter und Arm sind darauf zu sehen.
Pogačar unterlegte den Beitrag mit dem Bee-Gees-Klassiker „Stayin’ Alive“. Ausführliche Angaben zu seinem Gesundheitszustand oder zu einem möglichen Zeitpunkt für die Rückkehr ins Training machte er nicht.
Auch das Team nannte zunächst weder einen Entlassungstermin noch einen Zeitplan für die Rehabilitation. Weitere Informationen sollen nach der Entscheidung über die Operation veröffentlicht werden.
Teilnahme an WM und EM steht infrage
Die Verletzungen haben Pogačars Auftritt bei der Vuelta vorzeitig beendet. Unklar ist auch, ob er bei den wichtigsten Rennen zum Ende der Saison starten kann.
Am 27. September findet in Montreal das Straßenrennen der Weltmeisterschaft statt, bei dem der Slowene seinen Titel verteidigen wollte. Eine Woche später wird die Europameisterschaft in seiner Heimat Slowenien ausgetragen. Am 10. Oktober folgt die Lombardei-Rundfahrt.
Pogačar gewann den italienischen Herbstklassiker fünfmal in Folge. Wie lange seine Genesung nach den Brüchen und der Gehirnerschütterung dauern wird, steht noch nicht fest. Eine offizielle Absage für die Weltmeisterschaft, die Europameisterschaft oder die Lombardei-Rundfahrt gab es vom Team zunächst nicht.
Letzte schwere Verletzung im Jahr 2023
Vor dem Unfall bei der Vuelta musste Pogačar nur selten wegen schwerer Stürze längere Pausen einlegen. Im Jahr 2023 brach er sich beim Klassiker Lüttich–Bastogne–Lüttich das Kahnbein im Handgelenk.
Nach einer Operation kehrte er in den Rennbetrieb zurück. Weitere Stürze, darunter Zwischenfälle bei der Tour de France, hinderten ihn bislang nicht daran, Rundfahrten zu beenden. Vor dem aktuellen Unfall hatte Pogačar alle 50 Etappenrennen abgeschlossen, bei denen er an den Start gegangen war.
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