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    Startseite»Technologie»Indien will Nutzernamen bei WhatsApp blockieren
    Technologie

    Indien will Nutzernamen bei WhatsApp blockieren

    Indien will Nutzernamen bei WhatsApp wegen möglicher Betrugsrisiken, Phishing und Identitätsdiebstahl einschränken lassen
    8 Juli 2026Lesedauer: 5 MinutenKarl HartmannKarl Hartmann
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    Indien will Nutzernamen bei WhatsApp wegen möglicher Betrugsrisiken, Phishing und Identitätsdiebstahl einschränken lassen
    Indien will Nutzernamen bei WhatsApp wegen möglicher Betrugsrisiken, Phishing und Identitätsdiebstahl einschränken lassen
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    Die indische Regierung stellt sich gegen eine neue Funktion von WhatsApp, die es Nutzern ermöglichen soll, nicht nur über Telefonnummern, sondern auch über Nutzernamen miteinander zu kommunizieren. Die Behörden des Landes sehen darin zusätzliche Risiken für Millionen Menschen, vor allem durch Phishing, Betrugsversuche und Identitätsmissbrauch. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf t-online.

    Nach Berichten der BBC und von TechCrunch äußerte das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie die Sorge, Kriminelle könnten potenzielle Opfer kontaktieren, ohne ihre Telefonnummer offenzulegen. Nach Einschätzung der Behörde würde dies die Identifizierung von Betrügern erschweren und die Verbreitung gefälschter Konten erleichtern.

    Ein weiteres Problem sieht die Regierung in der möglichen Registrierung von Nutzernamen, die echten Personen, Banken, Behörden, Amtsträgern oder bekannten Unternehmen ähneln. Nutzer könnten dadurch Nachrichten von Konten erhalten, die vertrauenswürdig wirken, tatsächlich aber von Betrügern kontrolliert werden.

    Wie die neue WhatsApp-Funktion funktionieren soll

    WhatsApp arbeitet an der Einführung von Usernames. Damit könnten Nutzer künftig über einen selbst gewählten Namen kontaktiert werden. Für den Beginn einer Unterhaltung wäre es dann nicht mehr zwingend notwendig, die Telefonnummer des Gesprächspartners zu kennen. Es würde ausreichen, den exakten Nutzernamen einzugeben, sofern dieser bereits registriert ist.

    Ein solches Modell ist von anderen Messengern und sozialen Plattformen bekannt. Für WhatsApp, das traditionell stark an Telefonnummern gebunden ist, wäre es jedoch eine deutliche Veränderung des bisherigen Kommunikationsmodells.

    Genau diese Umstellung sorgt in Indien für Bedenken. Die Behörden befürchten, dass der Verzicht auf die Telefonnummer als zentralen Identifikator die Transparenz zwischen Nutzern verringern könnte. Besonders kritisch wäre dies in Fällen, in denen Betrüger versuchen, sich als Bankmitarbeiter, Vertreter einer Behörde oder bekannte Kontaktperson auszugeben.

    Meta verweist auf Sicherheitsmaßnahmen

    Die WhatsApp-Muttergesellschaft Meta betont, die Risiken eines Missbrauchs berücksichtigt zu haben. Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber der BBC, dass bekannte Namen vorab reserviert worden seien. Dazu gehörten unter anderem Namen von Personen des öffentlichen Lebens, Prominenten, staatlichen Einrichtungen und verifizierten Meta-Konten.

    Nach Angaben des Unternehmens sollen diese Namen nur von den rechtmäßigen Inhabern genutzt werden können. Meta begründet dies mit dem Ziel, Identitätsdiebstahl und irreführende Konten zu verhindern.

    Darüber hinaus plant WhatsApp weitere Schutzmechanismen. Wer eine Nachricht senden will, muss den exakten Nutzernamen einer anderen Person kennen. Wiederholte Versuche, Nutzernamen zu erraten, sollen blockiert werden. Außerdem will WhatsApp die Zahl neuer Nutzer begrenzen, die innerhalb kurzer Zeit mit einem einzelnen Konto Kontakt aufnehmen können.

    Fall des Binance-Gründers sorgt für Aufmerksamkeit

    Die Debatte über Usernames bei WhatsApp wurde durch einen Fall rund um Binance-Gründer Changpeng Zhao zusätzlich angeheizt. Nach Angaben der BBC schrieb er auf der Plattform X, dass es ihm nicht gelungen sei, den WhatsApp-Nutzernamen „cz_binance“ zu reservieren, den er auf anderen Plattformen verwendet.

    Demnach war dieser Name offenbar bereits von einer anderen Person gesichert worden. Der Fall zeigt, wie bekannte öffentliche Kennungen schon vor dem vollständigen Start einer Funktion zum Ziel Dritter werden können.

    Für die indische Regierung ist ein solcher Vorgang ein weiteres Beispiel für das Risiko von Identitätsmissbrauch. Wenn Nutzer einen vertrauten Namen oder eine bekannte Bezeichnung sehen, könnten sie ein Konto für echt halten, ohne weitere Details zu prüfen.

    Indien ist der größte Markt für WhatsApp

    Für WhatsApp ist die Haltung Indiens von besonderer Bedeutung. Das Land gilt als größter Markt des Messengers. Nach Angaben der BBC nutzen rund 800 Millionen Menschen in Indien WhatsApp. Weltweit kommt der Dienst auf mehr als drei Milliarden Nutzer.

    Diese Größe macht jede Veränderung am Messenger für den indischen Markt besonders sensibel. Eine neue Funktion könnte Hunderte Millionen Menschen betreffen, die WhatsApp täglich für private Kommunikation, Arbeit, Einkäufe, Dienstleistungen oder den Kontakt zu Banken nutzen.

    Die indische Regierung verbindet die Frage der Usernames zudem mit dem größeren Problem der Cyberkriminalität. Nach offiziellen Angaben wurden im Jahr 2024 fast 102.000 Fälle von Cyberkriminalität im Land registriert. Das entspricht einem Anstieg um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Etwa drei Viertel dieser Fälle standen im Zusammenhang mit Online-Betrug.

    Kritik von Bürgerrechtsorganisationen

    Die Maßnahmen der indischen Regierung wurden von der digitalen Bürgerrechtsorganisation Internet Freedom Foundation kritisiert. Nach Angaben der BBC erklärte die Organisation, die Forderung, die Username-Funktion zu blockieren, habe keine klare rechtliche Grundlage.

    Die Stiftung sieht darin den Versuch der indischen Regierung, privaten Technologieunternehmen vorzuschreiben, welche Softwarefunktionen sie einführen dürfen und welche nicht. Aus Sicht der Bürgerrechtler könnte ein solcher Ansatz zu einem übermäßigen staatlichen Eingriff in digitale Dienste führen.

    Gleichzeitig verschärft Indien seit einiger Zeit die Regulierung großer Technologieplattformen. Im Februar des vergangenen Jahres führte das Land strengere Regeln für soziale Netzwerke ein. Illegale Inhalte müssen demnach innerhalb von drei Stunden nach einer Meldung entfernt werden. Zuvor galt dafür eine Frist von 36 Stunden.

    Druck auf große Technologieunternehmen nimmt zu

    Der Streit über Nutzernamen bei WhatsApp ist ein weiteres Kapitel im Verhältnis zwischen der indischen Regierung und großen Technologieunternehmen. Die Behörden fordern von Plattformen zunehmend eine schnelle Reaktion auf illegale Inhalte, Betrugssysteme und Gefahren für Nutzer.

    Im Fall von WhatsApp geht es vor allem um die Balance zwischen Komfort und Sicherheit. Nutzernamen könnten die Kommunikation erleichtern, ohne dass Telefonnummern ausgetauscht werden müssen. Zugleich warnt die indische Regierung davor, dass Betrüger damit ein neues Werkzeug erhalten könnten, um ihre Identität zu verschleiern und Opfer zu kontaktieren.

    Meta erklärt, Schutzmechanismen vorgesehen zu haben, darunter die Reservierung bekannter Namen, die Blockierung massenhafter Rateversuche und Beschränkungen bei Kontakten durch neue Konten. Die indische Seite hält die Risiken dennoch für schwerwiegend genug, um ein Verbot oder zumindest Einschränkungen der neuen Funktion auf ihrem Markt zu verlangen.

    Zuvor berichtete Imowell: Soziale Netzwerke von Meta von großflächiger Störung betroffen: Nutzer verlieren Zugang zu Facebook und Messenger

    Indien Meta Nutzernamen Online-Betrug WhatsApp
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    Karl Hartmann

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