Audi hat den Q9 offiziell vorgestellt – das größte Serien-SUV in der Modellpalette der Marke. Das 5,31 Meter lange Fahrzeug wurde vor allem für Kunden in den USA, in Asien und im Nahen Osten entwickelt, soll jedoch ebenfalls in Europa angeboten werden. Zum Marktstart wird der Q9 in Europa ausschließlich mit V6-Dieselmotoren erhältlich sein. Eine Plug-in-Hybridversion soll später folgen. Eine rein elektrische Variante ist für dieses Modell nicht vorgesehen. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf focus.
Der Audi Q9 ist größer als BMW X7 und Mercedes GLS
Mit seinen Abmessungen übertrifft der neue Q9 die wichtigsten Konkurrenten im Segment der großen Premium-SUVs. Die Karosserielänge beträgt 5,31 Meter, der Radstand erreicht 3,14 Meter. BMW X7 und Mercedes-Benz GLS gehören ebenfalls zu den größten Modellen europäischer Hersteller, der Audi fällt jedoch noch länger aus.
Kunden können zwischen einer sechs- und einer siebensitzigen Innenraumkonfiguration wählen. In der sechssitzigen Ausführung befinden sich in der zweiten Reihe zwei separate Einzelsitze mit einem Durchgang in der Mitte. Die siebensitzige Version erhält eine klassische Sitzbank.
Belüftung und Massagefunktion sind lediglich für die Vordersitze verfügbar. Für die Passagiere in der zweiten Reihe bietet Audi eigene Klimaregelungen, zusätzliche Anschlüsse und erweiterte Verstellmöglichkeiten. Den vollständigen Funktionsumfang der vorderen Sitze gibt es dort jedoch nicht.
Das Panorama-Glasdach gehört zur Serienausstattung
Alle Varianten des Audi Q9 werden serienmäßig mit einem großen Panorama-Glasdach ausgestattet. Audi verzichtet auf eine klassische mechanische Sonnenblende und erklärt, dass eine spezielle Beschichtung bis zu 99,5 Prozent der UV-Strahlung blockiert.
Im geparkten Zustand kann das Glas automatisch undurchsichtig werden und so den Einblick in den Innenraum erschweren. Gegen Aufpreis wird eine dekorative Beleuchtung für das Panorama-Dach angeboten. Sie soll Bestandteil erweiterter Ausstattungspakete für den Innenraum sein.
Der Audi Q9 ist rund 1,81 Meter hoch. Die großen Außenmaße ermöglichen mehr Kopffreiheit und ausreichend Platz auf der dritten Sitzreihe.
Wolle, Alcantara und Naturholz im Innenraum
Audi bietet für den Q9 verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Je nach Ausstattung kommen Leder, Alcantara, Wollstoffe, Holz und Carbon zum Einsatz.
Die Zahl der hochglänzenden Flächen wurde reduziert, da sie schnell Fingerabdrücke zeigen. Viele Dekorelemente sind daher matt oder seidenmatt ausgeführt.
Vor dem Fahrer befindet sich ein digitales Kombiinstrument. Daneben ist der zentrale Touchscreen des Infotainmentsystems angeordnet. Zusätzlich gibt es einen eigenen Bildschirm für den Beifahrer, über den sich Medien, Navigation und bestimmte Fahrzeugfunktionen bedienen lassen.
Zu den Sonderausstattungen gehört ein Audiosystem mit einer Leistung von rund 1,4 kW. Lautsprecher sind nicht nur in den Türen und im Armaturenbrett integriert, sondern auch in den Kopfstützen. Zusätzlich verfügen die Sitze über spezielle Aktuatoren, die tiefe Frequenzen spürbar machen sollen.
Das Assistenzsystem arbeitet bis 130 km/h
Der Audi Q9 erhält den neuen Adaptive Driving Assistant Plus. Auf bestimmten Autobahnabschnitten kann das System selbstständig lenken, beschleunigen und bremsen.
Die Funktion arbeitet bis zu einer Geschwindigkeit von 130 km/h und erlaubt es dem Fahrer zeitweise, die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Das System wird jedoch weiterhin als Automatisierungsstufe zwei eingestuft. Der Fahrer muss den Verkehr permanent überwachen und jederzeit eingreifen können.
Für einen automatischen Spurwechsel muss der Blinker gesetzt werden. Anschließend prüft das Fahrzeug die benachbarte Spur und führt den Spurwechsel aus, sofern die Situation als sicher bewertet wird.
Zum Start ist diese Funktion nur in Deutschland, den USA und Kanada verfügbar. Später soll das Angebot auf weitere Märkte ausgeweitet werden. Konkrete Termine wurden noch nicht genannt.
In Europa startet der Audi Q9 mit V6-Dieselmotoren
Für den europäischen Markt sind zunächst zwei Dieselantriebe vorgesehen. Der Basismotor leistet 180 kW, was etwa 245 PS entspricht. Die stärkere Variante kommt auf 220 kW beziehungsweise rund 299 PS.
In Deutschland wird zum Verkaufsstart ausschließlich die Version mit 220 kW angeboten. Das maximale Drehmoment liegt bei 630 Nm.
Beide Motoren verfügen über ein Mildhybridsystem. Ein riemengetriebener Startergenerator kann kurzfristig bis zu 18 kW zusätzliche Leistung bereitstellen. Das elektrische System unterstützt den Verbrennungsmotor beim Beschleunigen, verbessert die Funktion des Start-Stopp-Systems und reduziert Verzögerungen beim Anfahren.
Neben einem herkömmlichen Turbolader setzt Audi einen elektrischen Verdichter ein. Nach Angaben des Herstellers wird ein maximaler Ladedruck von 3,6 bar innerhalb von rund 1,2 Sekunden erreicht. Dadurch sollen das Ansprechverhalten bei niedrigen Drehzahlen verbessert und das Turboloch reduziert werden.
Für die 220-kW-Version gibt Audi einen WLTP-Verbrauch von 7,4 bis 8 Litern pro 100 Kilometer an. Verbrauchswerte für den 180-kW-Motor wurden bislang nicht veröffentlicht.
Der Plug-in-Hybrid folgt später
Die Plug-in-Hybridversion des Audi Q9 soll im kommenden Jahr in Europa auf den Markt kommen. Die Kapazität der Hochvoltbatterie dürfte mindestens 25 kWh betragen.
Genaue technische Daten zur Hybridanlage hat Audi bisher nicht genannt. Noch offen sind unter anderem die elektrische Reichweite, die Leistung des Elektromotors und die Ladezeit.
Erwartet wird, dass die höher positionierte Q9-Version auch Gleichstrom-Schnellladen unterstützt. Einige frühere Plug-in-Hybridmodelle von Audi konnten lediglich mit Wechselstrom geladen werden. Bei neueren Modellen erweitert das Unternehmen diese Möglichkeiten schrittweise.
Benzinversion mit mehr als 400 kW für die USA
Für den US-Markt hat Audi eine Benzinversion mit einem V6-Motor und einer Leistung von mehr als 400 kW vorbereitet. Das entspricht über 540 PS. Zunächst soll diese Ausführung ausschließlich in den Vereinigten Staaten angeboten werden.
Später könnte der leistungsstarke Benziner auch in China und in Ländern des Nahen Ostens eingeführt werden, wo große SUV mit starken Verbrennungsmotoren weiterhin gefragt sind. Konkrete Marktstarttermine liegen noch nicht vor.
Eine vollelektrische Variante des Audi Q9 ist nicht geplant. Im Elektrosegment will Audi weiterhin auf eigenständige Modelle mit der Bezeichnung e-tron setzen.
Produktion in Bratislava
Der Audi Q9 wird im Werk Bratislava produziert. Dort fertigt der Volkswagen-Konzern bereits weitere große Modelle auf einer gemeinsamen Produktionsinfrastruktur.
In Deutschland soll die Bestellannahme noch in diesem Monat beginnen. Die ersten Auslieferungen sind für November vorgesehen.
Der Grundpreis ohne Sonderausstattung liegt bei 108.400 Euro. Damit kostet der neue Q9 mehr als 20.000 Euro mehr als der kürzlich vorgestellte Audi Q7 mit einem 180-kW-Dieselmotor.
Selbst bei vergleichbaren Motorisierungen beträgt der Preisunterschied rund 18.000 Euro. Mit umfangreicher Sonderausstattung, hochwertigem Audiosystem, exklusiven Innenraummaterialien und zusätzlichen Assistenzsystemen dürfte der Endpreis deutlich über dem Basisniveau liegen.
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