Die deutsche Supermarktkette Lidl hat einen Rückruf für eine Rindersalami veröffentlicht. Bei einer Untersuchung wurden in dem Produkt Verotoxin-bildende Escherichia-coli-Bakterien nachgewiesen. Verbraucher sollten die Wurst keinesfalls probieren – auch dann nicht, wenn Aussehen, Geruch und Geschmack unauffällig erscheinen. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf focus.
Der Rückruf wird vom Hersteller Gustoland GmbH durchgeführt. Die offizielle Warnung wurde am 31. Juli 2026 veröffentlicht. Das Produkt war in Lidl-Filialen in zehn deutschen Bundesländern erhältlich.
Welche Salami Lidl zurückruft
Der Rückruf betrifft ausschließlich eine Rindersalami der Lidl-Eigenmarke Dulano. Andere Produkte von Gustoland und weitere Artikel der Marke Dulano sind nach Angaben des Unternehmens nicht betroffen.
Verbraucher sollten folgende Angaben auf der Verpackung überprüfen:
- Produktname: Dulano Delikatess Edel Salami Rind;
- Produktart: Rindersalami;
- Packungsgröße: 100 Gramm;
- Mindesthaltbarkeitsdatum: 10.08.2026;
- Identitätskennzeichen: DE EV 42 EG;
- Hersteller: Gustoland GmbH.
In dieser Charge wurden Verotoxin-bildende Escherichia coli nachgewiesen. Wegen des möglichen Gesundheitsrisikos warnen Hersteller und Lidl ausdrücklich vor dem Verzehr.
In welchen Bundesländern das Produkt verkauft wurde
Die Rindersalami wurde nicht bundesweit in allen Lidl-Filialen angeboten. Laut Unternehmensangaben gelangte das Produkt in zehn Bundesländern in den Verkauf:
- Baden-Württemberg;
- Bayern;
- Bremen;
- Hamburg;
- Hessen;
- Niedersachsen;
- Nordrhein-Westfalen;
- Rheinland-Pfalz;
- Saarland;
- Schleswig-Holstein.
Verbraucher in diesen Regionen sollten ihre Kühlschränke kontrollieren, insbesondere wenn die Salami Ende Juli gekauft wurde. Der Rückruf gilt nur für Packungen mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 10. August 2026 und dem Identitätskennzeichen DE EV 42 EG.
So können Kunden die Salami zurückgeben
Betroffene Packungen können in jeder Lidl-Filiale zurückgegeben werden. Verbraucher müssen das Produkt nicht in dem Markt abgeben, in dem es ursprünglich gekauft wurde.
Lidl erstattet den vollständigen Kaufpreis. Ein Kassenbon ist dafür nicht erforderlich. Die Verpackung sollte möglichst nicht geöffnet und die Salami weder probiert noch zur Zubereitung von Speisen verwendet werden.
Wurde die Packung bereits geöffnet, sollte das Produkt möglichst dicht verschlossen und ebenfalls in eine Lidl-Filiale gebracht werden. Nach dem Kontakt mit der Salami sollten Hände, Küchenutensilien und Arbeitsflächen gründlich gereinigt werden.
Warum die nachgewiesenen Bakterien gefährlich sind
Die in dem Produkt entdeckten Bakterien gehören zu einer Gruppe von E.-coli-Bakterien, die Verotoxine beziehungsweise Shigatoxine bilden können. In der aktuellen medizinischen Fachsprache werden sie häufig als STEC bezeichnet. Früher war auch die Bezeichnung VTEC weit verbreitet.
Diese Mikroorganismen können natürlicherweise im Darm von Wiederkäuern vorkommen, insbesondere bei Rindern, Schafen und Ziegen. Menschen können sich über verunreinigtes Fleisch, Rohmilch, Wasser oder durch direkten Tierkontakt anstecken.
Zu den häufigsten Symptomen einer Infektion gehören:
- wässriger oder starker Durchfall;
- Krämpfe und Bauchschmerzen;
- Übelkeit;
- Erbrechen;
- allgemeine Schwäche;
- gelegentlich erhöhte Körpertemperatur.
In einzelnen Fällen kann der Durchfall blutig werden. Bei Erwachsenen verläuft eine Infektion teilweise ohne deutlich erkennbare Beschwerden. Dennoch können infizierte Personen die Bakterien weiterverbreiten.
Wer besonders gefährdet ist
Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem für Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Bei diesen Gruppen kann die Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen.
Zu den gefährlichsten Komplikationen gehört das hämolytisch-urämische Syndrom, kurz HUS. Dabei kann es zur Zerstörung roter Blutkörperchen, zu Störungen der Blutgerinnung und zu einer akuten Schädigung der Nieren kommen. Besonders häufig betrifft diese Komplikation Kinder.
Auch in der offiziellen Mitteilung von Gustoland wird vor einem erhöhten Risiko für Säuglinge, kleine Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit eingeschränkter Immunabwehr gewarnt.
Wann Beschwerden auftreten können
Nach dem Verzehr eines belasteten Lebensmittels treten Beschwerden meist nicht sofort auf. Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung liegt die durchschnittliche Inkubationszeit bei drei bis vier Tagen.
Erste Symptome können jedoch bereits nach zwei Tagen oder erst bis zu zehn Tage nach dem Kontakt mit den Bakterien auftreten. Verbraucher, die die zurückgerufene Salami gegessen haben, sollten ihren Gesundheitszustand deshalb in den folgenden Tagen genau beobachten.
Bei starkem oder blutigem Durchfall, anhaltenden Bauchschmerzen, deutlich verringerter Urinmenge, ausgeprägter Schwäche oder einer allgemeinen Verschlechterung des Gesundheitszustands sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Der Arzt sollte über den möglichen Verzehr eines wegen E. coli zurückgerufenen Produkts informiert werden.
Lidl hatte zuvor auch Tiefkühlbeeren zurückgerufen
Kurz vor dem Salami-Rückruf hatte Lidl bereits eine tiefgekühlte Bio-Beerenmischung aus dem Verkauf genommen. Betroffen war das Produkt „Freshona Bio Beerenmischung erntefrisch tiefgefroren“ in der 300-Gramm-Packung.
Grund für diesen Rückruf war eine mögliche Belastung mit Noroviren. Die Tiefkühlbeeren wurden bundesweit verkauft. Auch dieses Produkt konnte ohne Vorlage eines Kassenbons in jeder Lidl-Filiale zurückgegeben werden.
Noroviren können plötzliches Erbrechen, Durchfall und einen erheblichen Flüssigkeitsverlust verursachen. Besonders gefährlich ist eine daraus entstehende Dehydrierung für kleine Kinder, Schwangere, ältere Menschen und Patienten mit chronischen Erkrankungen.
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