Meta hat einen neuen Schutzmechanismus für seine Smart Glasses eingeführt, der heimliche Videoaufnahmen von Personen erschweren soll. Die Kamera stoppt die Aufnahme nun automatisch, wenn der Nutzer während des Filmens die LED-Anzeige verdeckt. Mit dem Update reagiert das Unternehmen auf Methoden, mit denen die bisherigen Datenschutzmechanismen der Brille umgangen werden konnten. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Meta.
So funktioniert der neue Schutz der Meta Smart Glasses
Eine LED-Anzeige am Gehäuse der Brille signalisiert Personen in der Umgebung, dass die Kamera gerade verwendet wird. Bereits zuvor gab es technische Einschränkungen, die verhindern sollten, dass die Kamera mit verdeckter Anzeige genutzt werden kann.
Nutzer hatten jedoch eine Möglichkeit gefunden, diesen Schutz zu umgehen. Dabei wurde zunächst die Videoaufnahme bei sichtbarer LED gestartet. Erst danach verdeckten sie die Leuchtanzeige. Menschen in der Umgebung konnten dadurch möglicherweise nicht mehr erkennen, dass sie gefilmt wurden.
Nach dem neuen Update soll diese Methode nicht mehr funktionieren. Die Software überwacht den Zustand der LED-Anzeige während der gesamten Aufnahme. Erkennt das System, dass das Lichtsignal verdeckt wird, beendet die Brille die Videoaufnahme automatisch.
Die Einführung des neuen Schutzmechanismus hat bereits begonnen.
Meta sperrte Kameras bereits bei beschädigter LED
Die aktuelle Änderung ist nicht die erste Verschärfung der Datenschutzfunktionen bei Metas Smart Glasses innerhalb weniger Monate. Zuvor hatte das Unternehmen zusätzliche Einschränkungen für Geräte eingeführt, bei denen das System eine physische Beschädigung der LED-Anzeige erkennt.
In solchen Fällen kann die Nutzung der Kamera eingeschränkt werden. Damit soll verhindert werden, dass Besitzer die Leuchtanzeige absichtlich beschädigen oder entfernen, um Videos aufzunehmen, ohne Personen in ihrer Umgebung sichtbar darauf hinzuweisen.
Der Schutz berücksichtigt damit zwei zentrale Szenarien: eine physische Manipulation der LED sowie das Verdecken der Anzeige während einer laufenden Aufnahme.
Instagram geht ebenfalls gegen heimlich aufgenommene Videos vor
Die Maßnahmen beschränken sich nicht auf die Smart Glasses selbst. Meta setzt zusätzlich auf die Moderation von Inhalten, die auf Instagram veröffentlicht werden und mit heimlichen Aufnahmen über intelligente Brillen in Verbindung stehen können.
Konten, die entsprechende Inhalte unter Verstoß gegen die Plattformregeln verbreiten, können eingeschränkt oder gesperrt werden.
Ein weiteres Problem sind Zubehörprodukte von Drittanbietern. Auf dem Markt werden spezielle Lösungen angeboten, mit denen sich die LED-Anzeige der Smart Glasses verdecken oder weniger auffällig machen lässt.
Der neue Algorithmus soll solchen Methoden auf Softwareebene entgegenwirken. Wird die Anzeige während einer laufenden Aufnahme verdeckt, soll die Kamera ihre Arbeit automatisch einstellen.
Meta startet Informationskampagne zum Datenschutz
Parallel zu den technischen Änderungen hat das Unternehmen eine Informationskampagne zum verantwortungsvollen Umgang mit den Kamerafunktionen seiner Smart Glasses gestartet.
Dabei erklärt Meta unter anderem die Funktion der LED-Anzeige und weist darauf hin, dass sie Personen in der Umgebung über eine aktive Aufnahme informieren soll.
Das Unternehmen will die Schutzmechanismen seiner Smart Glasses auch künftig weiterentwickeln, insbesondere wenn neue Methoden bekannt werden, mit denen bestehende technische Einschränkungen umgangen werden können.
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