SpaceX will für Starlink Mobile eine eigene terrestrische Mobilfunkinfrastruktur aufbauen und damit direkt mit den größten US-Anbietern AT&T, T-Mobile und Verizon konkurrieren. Das Unternehmen plant, dafür Frequenzspektrum aus dem EchoStar-Deal sowie eine neue Generation von Starlink-Satelliten zu nutzen. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf fierce-network.
Die Pläne erläuterte SpaceX-Präsidentin und COO Gwynne Shotwell während einer Telefonkonferenz des Unternehmens. Ihren Angaben zufolge erlaubt das von EchoStar erworbene Spektrum nicht nur eine satellitengestützte, sondern auch eine terrestrische Nutzung.
SpaceX will ein terrestrisches Netz für Starlink Mobile aufbauen
Shotwell bestätigte, dass SpaceX eine eigene Infrastruktur für terrestrischen Mobilfunk entwickeln will. Die entsprechenden Anlagen sollen mit dem Satellitensystem von Starlink zusammenarbeiten.
Im Rahmen der Vereinbarungen mit EchoStar soll SpaceX rund 65 MHz an Frequenzspektrum erhalten. Dazu gehören Frequenzrechte, die sowohl für Satellitenkommunikation als auch für terrestrische Mobilfunkdienste genutzt werden können.
Bislang arbeitet Starlink Mobile weitgehend auf Basis von Partnerschaften und nutzt dabei Frequenzen klassischer Mobilfunkanbieter. In den USA bildet die Direct-to-Cell-Technologie die Grundlage für satellitengestützte Mobilfunkdienste, die SpaceX gemeinsam mit T-Mobile entwickelt.
Das neue Modell soll SpaceX künftig jedoch deutlich unabhängiger machen.
Kleine Starlink-Stationen statt großer Mobilfunkmasten
Ein zentraler Unterschied zur klassischen Mobilfunkinfrastruktur könnte der weitgehende Verzicht auf große und kostspielige Makro-Basisstationen sein.
SpaceX prüft stattdessen den Einsatz kompakter Mobilfunktechnik in Kombination mit Starlink-Antennen.
Nach Angaben von Shotwell könnte die Hardware, in der sich eine Starlink-Breitbandantenne befindet, zusätzlich mit kleinen Mobilfunkzellen ausgestattet werden. Diese ließen sich schrittweise dort installieren, wo tatsächlich Bedarf besteht.
Auch Elon Musk erklärte, SpaceX gehe davon aus, eine große Zahl kleiner Stationen einsetzen zu können, anstatt flächendeckend klassische große Mobilfunkstandorte zu errichten.
Die Anlagen könnten auf Dächern von Wohnhäusern und Gewerbegebäuden installiert werden und sowohl die Satellitenverbindung als auch die Mobilfunkversorgung von Smartphones ermöglichen.
Starlink Mobile bekommt Satelliten der nächsten Generation
Der zweite zentrale Bestandteil des Systems sollen neue Starlink-Mobile-Satelliten werden.
SpaceX hatte bereits angekündigt, dass die nächste Generation der satellitengestützten Mobilfunktechnik neben Textnachrichten auch Datenübertragung sowie Sprach- und Videoanrufe unterstützen soll.
Die neuen Satelliten sollen mit eigenen SpaceX-Chips und leistungsfähigeren Phased-Array-Antennen ausgestattet werden. Nach Angaben des Unternehmens soll ihre Kapazität deutlich über derjenigen der ersten Generation liegen.
SpaceX rechnet damit, dass Starlink Mobile unter geeigneten Bedingungen eine Verbindung bieten kann, die sich zunehmend mit klassischen terrestrischen 5G-Netzen vergleichen lässt.
SpaceX will Kunden der großen Mobilfunkanbieter gewinnen
Shotwell erklärte, dass das Unternehmen erhebliches Wachstumspotenzial auf dem US-Mobilfunkmarkt sieht.
Zu den wichtigsten Konkurrenten von Starlink Mobile dürften AT&T, T-Mobile und Verizon gehören. SpaceX prüft seit Längerem die Möglichkeit, einen eigenen Mobilfunkdienst direkt für Endkunden anzubieten.
Der entscheidende Vorteil soll in der Kombination aus terrestrischer und satellitengestützter Abdeckung liegen.
Satelliten könnten insbesondere dort Mobilfunk bereitstellen, wo klassische Netze bislang nicht oder nur eingeschränkt verfügbar sind. Dazu zählen dünn besiedelte Regionen, abgelegene Straßen sowie andere Gebiete mit schwacher Netzabdeckung.
Darüber hinaus soll die Satellitenkomponente bei Naturkatastrophen oder Ausfällen terrestrischer Telekommunikationsinfrastruktur eine wichtige Rolle spielen.
Start von Starlink Mobile für 2027 geplant
SpaceX plant, 2027 mit dem Start der neuen Satellitengeneration zu beginnen.
Nach Angaben von Shotwell sollen die neuen Starlink-Mobile-Dienste gegen Ende 2027 verfügbar werden.
Das Unternehmen hatte zuvor bereits angekündigt, die zweite Generation von Starlink Mobile in den USA im Laufe des Jahres 2027 einzuführen. Der Dienst soll mit einer großen Zahl herkömmlicher Smartphones funktionieren, ohne dass spezielle Satellitentelefone erforderlich sind.
Wie hoch die Investitionen für den Aufbau des terrestrischen Netzes ausfallen werden, hat SpaceX bislang nicht mitgeteilt.
Das Unternehmen will die Kosten unter anderem dadurch begrenzen, dass bestehende Starlink-Infrastruktur genutzt und kleine terrestrische Stationen gezielt nur dort aufgebaut werden, wo zusätzliche Kapazität benötigt wird.
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