Für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Hohenleuben im Landkreis Greiz beginnt das neue Schuljahr an einem anderen Standort. Nach dem Ende des vergangenen Schuljahres wird das bisherige Schulgebäude vorübergehend geschlossen. Grund dafür sind erhebliche bauliche und technische Mängel. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf otz.
Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen die Kinder in der staatlichen Grundschule „Osterburg“ im benachbarten Weida unterrichtet werden. Die Entscheidung fiel nach Untersuchungen des Gebäudes durch Vertreter des Staatlichen Schulamtes Ostthüringen, des Landkreises und weitere Fachleute.
Dabei handelt es sich zunächst um eine vorübergehende Verlagerung des Schulbetriebs. Die Grundschule Hohenleuben soll nicht automatisch dauerhaft aufgegeben werden. Ob und wann die Kinder in das bisherige Gebäude zurückkehren können, hängt von der geplanten Sanierung und deren Finanzierung ab.
Warum die Schule vorerst nicht mehr genutzt werden kann
Bei den Untersuchungen wurden mehrere Mängel festgestellt, die teilweise unmittelbar die Sicherheit von Schülern und Beschäftigten betreffen.
Besonders problematisch sind Schäden im Bereich der Treppen. Einzelne Stufen mussten bereits zusätzlich mit Stahlelementen gesichert werden. Darüber hinaus gibt es Defizite beim Brandschutz, bei elektrischen Anlagen sowie bei Sanitär- und Haustechnik. Auch die Barrierefreiheit des Gebäudes entspricht nicht den heutigen Anforderungen.
Bis zum Ende des vergangenen Schuljahres konnte der Betrieb mit kurzfristigen Sicherungsmaßnahmen aufrechterhalten werden. Unter anderem wurden Leuchten und Steckdosen überprüft und potenziell gefährliche Bauteile gesichert oder entfernt.
Als dauerhafte Lösung reichen solche Maßnahmen jedoch nicht aus. Deshalb sollen die Kinder nach den Sommerferien zunächst nicht mehr in das alte Schulgebäude zurückkehren.
Rund 80 Kinder sind von der Verlagerung betroffen
Von der vorübergehenden Schließung sind rund 80 Grundschüler betroffen. Sie sollen künftig den Standort der Grundschule „Osterburg“ in Weida nutzen.
Für die Familien bedeutet das vor allem einen veränderten Schulweg. Kinder aus Hohenleuben müssen künftig zusätzliche Wege zurücklegen, um zum Unterricht zu gelangen.
Die angekündigte Verlagerung hatte in Hohenleuben bereits deutliche Reaktionen ausgelöst. Ende Juni beteiligten sich etwa 250 Eltern, Kinder und Einwohner an einer Aktion für den Erhalt des Schulstandortes. Sie forderten eine Perspektive, die langfristig wieder Unterricht direkt in Hohenleuben ermöglicht.
Sanierung könnte rund 4,44 Millionen Euro kosten
Eine grundlegende Instandsetzung des Gebäudes dürfte erhebliche Investitionen erfordern. Nach bisherigen Schätzungen des Landkreises werden für die notwendigen Arbeiten rund 4,44 Millionen Euro benötigt.
Der Landkreis Greiz und die Stadt Hohenleuben setzen sich dafür ein, die Schule langfristig zu erhalten und Unterstützung für die Finanzierung der Sanierung zu erhalten.
Für die Kommune hat die Grundschule eine wichtige infrastrukturelle Bedeutung. Gerade für Familien in kleineren Städten und Gemeinden spielt ein wohnortnaher Schulstandort eine zentrale Rolle.
Ein konkreter Termin für eine mögliche Rückkehr der Schüler nach Hohenleuben steht derzeit noch nicht fest. Entscheidend wird sein, wann Finanzierung, Planung und Bauarbeiten umgesetzt werden können.
Grundschule Hohenleuben wird vorerst nicht endgültig geschlossen
Für Eltern ist entscheidend, zwischen der vorübergehenden Schließung des Gebäudes und einer vollständigen Aufgabe des Schulstandortes zu unterscheiden.
Der aktuelle Plan sieht vor:
- Das Schulgebäude in Hohenleuben wird vorübergehend nicht für den Unterricht genutzt.
- Die Schüler wechseln zunächst an die Grundschule „Osterburg“ in Weida.
- Der Unterricht soll weiterhin regulär in Präsenz stattfinden.
- Landkreis und Stadt suchen nach einer Finanzierung für die notwendige Sanierung.
- Über eine Rückkehr nach Hohenleuben kann erst nach Abschluss der weiteren Planungen entschieden werden.
Auch die Aufnahme neuer Erstklässler und die Organisation des Schulbetriebs müssen solange an den vorübergehenden Standort angepasst werden, bis das Gebäude in Hohenleuben wieder sicher genutzt werden kann.
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