In Deutschland sind seit Beginn des Jahres 2026 zwei Todesfälle im Zusammenhang mit Infektionen durch Bakterien der Gattung Vibrio registriert worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden insgesamt 17 Infektionsfälle bestätigt, die den offiziellen Erfassungskriterien entsprachen. Bei beiden Verstorbenen handelte es sich um ältere Menschen. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf tagesschau.
Fachleute weisen darauf hin, dass die aktuellen Zahlen im Vergleich zu den entsprechenden Zeiträumen der Vorjahre hoch sind. Bis zum 12. Juli 2026 hatte das Institut bereits 14 Infektionsfälle erfasst.
Zum Vergleich: Bis zu diesem Datum wurde im Jahr 2023 in Deutschland lediglich ein Fall gemeldet. 2024 waren es neun Fälle, 2025 vier. In jedem der drei vergangenen Jahre wurden ein bis zwei Todesfälle registriert.
Wer zur Risikogruppe gehört
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Personen mit geschwächtem Immunsystem sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Die Bakterien können in den Körper gelangen, wenn offene Wunden mit belastetem Wasser in Kontakt kommen. In seltenen Fällen kann sich daraus innerhalb kurzer Zeit eine schwere Wundinfektion entwickeln.
Zu den typischen Symptomen zählen:
- Rötungen der Haut rund um die Wunde;
- starke Schwellungen;
- Blasenbildung;
- ausgeprägte Schmerzen an der betroffenen Stelle;
- Fieber;
- Schüttelfrost;
- Übelkeit und Erbrechen;
- Durchfall.
In besonders schweren Fällen kann die Infektion eine Sepsis auslösen, also eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf Krankheitserreger im Blutkreislauf.
Das Robert Koch-Institut betont, dass die Erkrankung in der Regel auch bei Risikopatienten gut behandelbar ist. Entscheidend sind eine frühe Diagnose und der schnelle Beginn einer geeigneten Antibiotikatherapie.
Vibrionen-Saison begann 2026 ungewöhnlich früh
Bakterien der Gattung Vibrio kommen natürlicherweise in Meerwasser, Brackwasser und Süßwasser vor. In Deutschland werden sie vor allem in den Küstengewässern der Ostsee und der Nordsee nachgewiesen. Deutlich seltener treten sie in Binnengewässern auf.
Auch in den Gewässern anderer europäischer Länder, darunter Dänemark und die Niederlande, kommen Vibrionen vor.
Einer der wichtigsten Faktoren für ihre schnelle Vermehrung ist eine hohe Wassertemperatur. Nach Angaben des RKI steigt die Zahl der Bakterien in oberflächennahen Wasserschichten stark an, sobald die Temperatur über 20 Grad Celsius liegt.
Ein deutliches Wachstum ist bereits bei Wassertemperaturen von etwa 18 Grad möglich. Deshalb erhöhen Hitzeperioden und dauerhaft warmes Wetter das Infektionsrisiko beim Baden.
Im Jahr 2026 begann die Saison lokal erworbener Vibrionen-Infektionen früher als gewöhnlich. Ursache war eine außergewöhnlich frühe Hitzewelle, die Deutschland bereits im Juni erfasste. Dadurch erwärmten sich Küsten- und Binnengewässer besonders schnell.
Einer der Verstorbenen hielt sich an der Ostsee auf
Zuvor hatten die Berliner Gesundheitsbehörden den Tod eines Menschen infolge einer Vibrionen-Infektion gemeldet. Nach Angaben der Behörden hatte sich die betroffene Person kurz vor dem Auftreten der Symptome in Mecklenburg-Vorpommern aufgehalten und Kontakt mit Ostseewasser gehabt.
Gesundheitsbehörden empfehlen Menschen mit offenen Wunden, Hautverletzungen oder geschwächtem Immunsystem, auf das Baden in warmem Meerwasser zu verzichten. Bei Rötungen, Schwellungen, Blasenbildung oder einer schnellen Verschlechterung des Allgemeinzustands sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
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