Polen hat die Steuern auf Benzin und Diesel vorübergehend deutlich gesenkt. Bis Ende August gilt für Kraftstoffe ein Mehrwertsteuersatz von nur noch 8 Prozent statt der regulären 23 Prozent. Von den niedrigeren Preisen profitieren nicht nur polnische Autofahrer, sondern zunehmend auch Menschen aus den deutschen Grenzregionen. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf ndr.
Aktuell kostet ein Liter Diesel in Polen etwas mehr als 1,70 Euro, Benzin ist für rund 1,50 Euro pro Liter erhältlich. Die steuerliche Entlastung gilt für zwei Wochen bis zum Ende des Monats.
Die polnische Regierung begründet die Maßnahme damit, Autofahrer in der Phase der Rückreise aus dem Sommerurlaub und bis zum Ende der Schulferien finanziell zu entlasten.
Lange Schlangen an Tankstellen nahe der deutschen Grenze
Die niedrigeren Preise ziehen bereits zahlreiche Autofahrer aus Mecklenburg-Vorpommern an. Besonders an Tankstellen unmittelbar hinter der deutsch-polnischen Grenze ist der Andrang deutlich gestiegen.
NDR-Korrespondent Sven-Peter Martens berichtete von langen Warteschlangen an den Zapfsäulen. Unter den Fahrzeugen seien unter anderem Kennzeichen aus Pasewalk, Ueckermünde, Altentreptow, Neubrandenburg und Greifswald zu sehen gewesen.
Damit gewinnt der sogenannte Tanktourismus erneut an Bedeutung: Autofahrer aus Deutschland fahren gezielt nach Polen, um dort günstiger Benzin oder Diesel zu kaufen.
Keine Mengenbegrenzung für deutsche Autofahrer
Trotz der steigenden Nachfrage aus Deutschland sind derzeit keine besonderen Beschränkungen beim Kraftstoffverkauf vorgesehen.
Autofahrer können an polnischen Tankstellen demnach weiterhin ohne eine speziell wegen des grenzüberschreitenden Andrangs eingeführte Höchstmenge tanken.
Vor allem für Einwohner grenznaher Regionen kann sich die Fahrt nach Polen lohnen, da die Entfernung zu den nächsten Tankstellen auf polnischer Seite vergleichsweise gering ist.
Polen hatte die Kraftstoffpreise bereits im Frühjahr gesenkt
Es ist nicht das erste Mal im Jahr 2026, dass die polnische Regierung in die Preisentwicklung auf dem Kraftstoffmarkt eingreift. Bereits im März wurden Maßnahmen eingeführt, die Benzin und Diesel deutlich verbilligten.
Damals funktionierte das Modell jedoch anders: Der Staat setzte einen maximal zulässigen Kraftstoffpreis fest. Grundlage waren die aktuellen Großhandelspreise sowie die Betriebskosten der Anbieter. Die Tankstellenbetreiber mussten sich an diese Preisobergrenze halten.
Die August-Maßnahme basiert dagegen auf einer vorübergehenden Steuersenkung. Statt den Endpreis direkt zu begrenzen, wurde die Mehrwertsteuer von 23 auf 8 Prozent reduziert. Die Vergünstigung soll bis Ende August gelten.
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