Norwegens König Harald V. ist am Freitag, dem 28. August, im Alter von 89 Jahren gestorben. Nach Angaben des Königshauses starb der Monarch um 6.35 Uhr im Osloer Universitätskrankenhaus Rikshospitalet. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf tagesschau.
Harald V. stand seit 1991 an der Spitze der norwegischen Monarchie. Zum Zeitpunkt seines Todes war er der älteste amtierende König Europas.
Haralds Kindheit war von Krieg und Exil geprägt
Der spätere König wurde am 21. Februar 1937 geboren. Seine ersten Lebensjahre fielen in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besetzung Norwegens.
Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht im Jahr 1940 musste der dreijährige Prinz gemeinsam mit seiner Mutter und seinen Schwestern das Land verlassen. Die königliche Familie hielt sich zunächst in Schweden auf und ging anschließend in die Vereinigten Staaten.
Sein Vater, Kronprinz Olav, und sein Großvater, König Haakon VII., unterstützten den norwegischen Widerstand von London aus. Nach dem Ende des Krieges kehrte die Familie 1945 nach Norwegen zurück.
Heirat gegen den Widerstand des Königshauses
1968 heiratete Harald, damals noch Kronprinz, Sonja Haraldsen. Da sie aus keiner adeligen Familie stammte, stieß die Beziehung lange auf Widerstand innerhalb des Königshauses.
Das Paar musste neun Jahre auf die Zustimmung zur Hochzeit warten. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Prinzessin Märtha Louise und Kronprinz Haakon.
Nach dem Tod seines Vaters Olav V. bestieg Harald am 17. Januar 1991 den norwegischen Thron. Er übernahm den traditionellen Wahlspruch seiner Vorgänger: „Alles für Norwegen“.
Einsatz für eine offene Gesellschaft
Während seiner Regierungszeit betonte Harald V. mehrfach, dass die norwegische Identität nicht durch Herkunft, Religion oder sexuelle Orientierung bestimmt werde.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt seine Rede zum 25. Thronjubiläum. Darin sprach der Monarch über Norweger, die aus Afghanistan, Pakistan, Polen, Somalia, Syrien und anderen Ländern eingewandert waren. Er erklärte außerdem, Norwegen sei die Heimat von Menschen mit unterschiedlichen Glaubensvorstellungen und sexuellen Orientierungen.
Harald V. besuchte regelmäßig die verschiedenen Regionen des Landes, traf Opfer von Katastrophen und vertrat Norwegen bei Staatsbesuchen. Seine verfassungsrechtlichen Aufgaben waren überwiegend repräsentativer Natur.
Wer den norwegischen Thron übernimmt
Nach dem Tod Haralds V. geht der Thron an seinen Sohn, Kronprinz Haakon, über. Er wurde am 20. Juli 1973 geboren und stand an erster Stelle der norwegischen Thronfolge.
Haakon hatte bereits während der Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte seines Vaters die Aufgaben des Regenten übernommen. Er ist mit Kronprinzessin Mette-Marit verheiratet. Nach Haakon steht die gemeinsame Tochter Prinzessin Ingrid Alexandra an zweiter Stelle der Thronfolge.
Weitere Einzelheiten zur Trauerfeier und zur Beisetzung des verstorbenen Königs will das norwegische Königshaus bekannt geben.
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