Der deutsche Biathlet Johannes Kühn hat seine aktive Sportkarriere offiziell beendet. Der 34-Jährige teilte mit, dass er nach 24 Jahren im Biathlon nicht mehr in die Vorbereitung auf die neue Saison einsteigen und nicht mehr im Weltcup 2026/27 antreten wird. Die Entscheidung wurde am 1. Mai von deutschen Sportmedien unter Berufung auf Kühn und den DSV bekannt gemacht. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf sport.de.
Kühn kehrt nicht mehr ins deutsche Team zurück
Das Karriereende von Johannes Kühn bedeutet eine weitere Veränderung im deutschen Biathlonteam nach der Saison 2025/26. Der Sportler entschied sich für einen sofortigen Abschied und ließ die Frage einer möglichen Rückkehr auf die internationale Bühne nicht offen.
Bereits Anfang 2025 hatte Kühn erklärt, dass seine Planungen bis zu den Olympischen Spielen 2026 reichen. Damals schloss er eine spätere Änderung nicht vollständig aus. Nach dem Ende des olympischen Zyklus steht nun jedoch fest: Die aktive Laufbahn ist beendet.
In seiner Abschiedsbotschaft machte der Biathlet deutlich, dass normalerweise genau zu diesem Zeitpunkt das Training für den nächsten Winter beginnen würde. In diesem Jahr finde dieser Start jedoch ohne ihn statt. Kühn betonte außerdem, dass er insgesamt 24 Jahre im Biathlon verbracht habe.
Selbstkritischer Blick auf die eigene Laufbahn
Kühn bedankte sich bei seinem Team, den Trainern und allen Menschen, die ihn über viele Jahre begleitet haben. Gleichzeitig stellte er seinen Abschied nicht nur als reine Erfolgsgeschichte dar. Der Biathlet räumte ein, dass er mit seinen eigenen Leistungen nicht immer zufrieden gewesen sei und viele gute Ergebnisse liegen gelassen habe.
Vor allem am Schießstand verpasste Kühn immer wieder Chancen auf bessere Platzierungen. Zugleich machte er deutlich, dass genau diese Unsicherheit zum Biathlon dazugehört. Trotz verpasster Möglichkeiten zeigte sich der 34-Jährige stolz auf seine lange Karriere, die Teilnahme an großen internationalen Wettkämpfen und seine Jahre im deutschen Nationalteam.
Mehr als 200 Weltcup-Rennen
Johannes Kühn debütierte im Dezember 2012 im Biathlon-Weltcup. Seinen ersten Start auf dieser Ebene absolvierte er im Sprint von Pokljuka. Seitdem gehörte der deutsche Biathlet fast durchgehend zum internationalen Biathlonkalender.
Im Laufe seiner Karriere bestritt Kühn mehr als 200 Weltcup-Rennen. Außerdem nahm er zweimal an Olympischen Spielen teil: 2018 in Pyeongchang und 2022 in Peking. Für die Olympischen Spiele 2026 in Italien qualifizierte sich der Sportler nicht.
Kühn startete für den WSV Reit im Winkl und gehörte zu jener Generation deutscher Biathleten, die Deutschland über viele Jahre im Kreis der führenden Weltcup-Nationen hielten.
Die wichtigsten Erfolge von Johannes Kühn
Zu den größten Erfolgen von Johannes Kühn zählt die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2025 in Lenzerheide. Dort stand er mit der deutschen Staffel auf dem Podium. Nach dem Zieleinlauf bezeichnete der Biathlet diesen Moment als einen der wichtigsten seiner Karriere.
Im Weltcup gelang Kühn ein Einzelsieg. Diesen feierte er 2021 in Hochfilzen, als er den Sprint gewann und starke internationale Konkurrenz hinter sich ließ, darunter den Schweden Martin Ponsiluoma.
Neben diesem Sieg erreichte der deutsche Biathlet weitere Podestplätze in Einzelrennen. Auch mit der deutschen Staffel schaffte er es mehrfach unter die besten drei Teams.
Erfolge im Nachwuchs und eine lange Profikarriere
Schon vor seinem Durchbruch im Erwachsenenbereich hatte Kühn im Nachwuchsbiathlon auf sich aufmerksam gemacht. Bei Junioren-Weltmeisterschaften gewann er mehrere Goldmedaillen und galt früh als vielversprechender Athlet im deutschen Fördersystem.
Seine Karriere im Erwachsenenbereich war lang, aber nicht immer konstant. Kühn zeigte häufig eine hohe Laufstärke, konnte diese Vorteile jedoch nicht in jedem Rennen am Schießstand absichern. Genau dieser Punkt beeinflusste immer wieder seine Endplatzierungen.
Nach der Saison 2025/26 schließt Johannes Kühn das Kapitel Profibiathlon endgültig. In der kommenden Weltcup-Saison wird das deutsche Team damit ohne einen seiner erfahrensten Athleten antreten
Lesen Sie auch: London-Marathon 2026 schreibt Geschichte im Weltsport
