Die traditionsreiche deutsche Bäckereikette Der Bäcker Lampe hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind 44 Filialen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie rund 280 Beschäftigte. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Вild.
Das Familienunternehmen mit Sitz in Roßleben-Wiehe in Thüringen blickt auf eine fast 150-jährige Geschichte zurück. Die Anfänge reichen bis ins Jahr 1879. Obwohl das Unternehmen erst vor wenigen Wochen eine weitere Filiale eröffnet hatte, sah sich die Geschäftsführung nun gezwungen, den Schritt in die Insolvenz zu gehen.
Produktion und Verkauf laufen vorerst weiter
Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Frank Kreuznacht konnte der Geschäftsbetrieb zunächst stabilisiert werden. Die Herstellung von Brot, Brötchen und anderen Backwaren wird ohne Unterbrechung fortgesetzt.
Auch die Belieferung mit Mehl, Zutaten und weiteren Rohstoffen ist derzeit gesichert. Dazu trägt unter anderem der Großhandelsverbund BÄKO bei, einer der wichtigsten Partner des Unternehmens.
Warum die Bäckereikette in finanzielle Schwierigkeiten geriet
Laut Insolvenzverwalter ist die Krise des Unternehmens vor allem auf die schwierige Lage der gesamten deutschen Backbranche zurückzuführen.
Zu den größten Belastungen zählen deutlich gestiegene Produktionskosten, hohe Energiepreise, teurere Rohstoffe sowie die zurückhaltende Konsumlaune vieler Verbraucher.
Hinzu kommt der zunehmende Konkurrenzdruck durch Discounter und große Supermarktketten, die Backwaren oft zu deutlich niedrigeren Preisen anbieten. Traditionelle Bäckereien können mit diesen Preisen kaum mithalten, ohne ihre Wirtschaftlichkeit zu gefährden.
Bereits im Jahr 2022 hatte das Unternehmen eine zusätzliche Energiepauschale eingeführt, um die stark gestiegenen Strom- und Kraftstoffkosten teilweise auszugleichen.
Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren expandiert
Geführt wird die Bäckereikette von den Brüdern André und Stefan Lampe, die das Familienunternehmen in sechster Generation leiten.
Im Jahr 2016 übernahm Der Bäcker Lampe insgesamt 31 Filialen der damals insolventen Bäckereikette Der Stadtbäcker in Sachsen-Anhalt und baute damit seine Marktpräsenz deutlich aus. Dennoch konnte die Expansion die aktuellen wirtschaftlichen Probleme nicht verhindern.
Wie es für Mitarbeiter und Filialen weitergeht
Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit zunächst für mindestens drei Monate gesichert.
Derzeit wird an einem Restrukturierungskonzept gearbeitet. Ob Filialschließungen oder Stellenabbau notwendig werden, ist bislang noch offen. Geschäftsführung und Insolvenzverwaltung betonen jedoch, dass das Hauptziel darin besteht, das Unternehmen zu erhalten und den Betrieb fortzuführen.
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