Nach Abschluss der umfassenden Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin wurde der Zugverkehr auf der Verbindung vollständig wieder aufgenommen. Die ersten Fernzüge verkehrten am Sonntag, dem 14. Juni, und Reisende können die Strecke nun wieder ohne Ersatzbusse und lange Umleitungen nutzen. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf sueddeutsche.
Zugverkehr nach Verzögerung der Bauarbeiten wieder aufgenommen
Wie die Deutsche Bahn mitteilte, verließ der erste Fernzug den Hamburger Hauptbahnhof um 5:36 Uhr in Richtung Berlin. Bereits am Vortag waren Güterzüge auf die modernisierte Strecke zurückgekehrt, ebenso ein Teil des Regionalverkehrs.
Der Konzern wies darauf hin, dass in der Anfangsphase vereinzelt technische Schwierigkeiten auftreten könnten. Fahrgästen wird daher empfohlen, vor Reiseantritt die aktuellen Fahrzeiten zu überprüfen.
Keine Ersatzbusse und Umleitungen mehr erforderlich
Während der Bauarbeiten wurden Fernzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet, während ein großer Teil des Regionalverkehrs vorübergehend eingestellt war. Auf zahlreichen Abschnitten kamen Ersatzbusse zum Einsatz.
Den ersten fertiggestellten Streckenabschnitt hatte die Bahn bereits Mitte Mai wieder freigegeben. Seitdem konnten Züge zwischen Hamburg und Schwerin ohne Unterbrechung verkehren.
Verzögerung der Arbeiten sorgte für politische Kritik
Die Bauarbeiten hatten im August vergangenen Jahres begonnen. Ursprünglich sollte das Projekt Ende April 2026 abgeschlossen werden. Ein harter Winter und gefrorene Böden führten jedoch zu Verzögerungen.
Die kurzfristige Bekanntgabe der Terminverschiebung stieß bei Politikern auf Kritik. Vertreter der Regierungskoalition forderten die Deutsche Bahn auf, künftige Infrastrukturprojekte besser zu planen und transparenter über Änderungen zu informieren.
Fahrzeit erhöht sich vorübergehend
Seit dem 14. Juni verkehren Fern- und Regionalzüge wieder nach regulärem Fahrplan. Bis Ende des Monats gelten auf einzelnen Streckenabschnitten jedoch weiterhin Geschwindigkeitsbeschränkungen, da zusätzliche technische Tests durchgeführt werden.
Die Fahrzeit der ICE-Züge zwischen Hamburg und Berlin wurde im aktuellen Fahrplan um zwei Minuten auf 107 Minuten erhöht. Nach Angaben der Deutschen Bahn hängt dies mit der steigenden Auslastung der Strecke zusammen.
Internationale Verbindungen profitieren ebenfalls
Die Strecke Hamburg–Berlin ist Teil einer neuen Direktverbindung zwischen Prag, Berlin, Hamburg und Kopenhagen. Nach der Wiedereröffnung der modernisierten Trasse verkürzen sich die Reisezeiten auf dieser Route, da Umleitungen und zusätzliche Halte entfallen.
Darüber hinaus wurde zum 14. Juni ein zweites tägliches Zugpaar pro Richtung eingeführt.
Hunderte Kilometer Infrastruktur modernisiert
Im Rahmen der Arbeiten wurden 165 Kilometer Gleise vollständig erneuert und weitere 61 Kilometer saniert. Zudem installierte die Bahn 249 neue Weichen, modernisierte die Oberleitungsanlagen auf zahlreichen Streckenabschnitten und erneuerte 28 Bahnhöfe.
Zu den abgeschlossenen Projekten gehört auch der Bahnhof Wittenberge, der kurz vor der offiziellen Wiedereröffnung der Gesamtstrecke in Betrieb genommen wurde.
Projektkosten liegen bei mehr als 2 Milliarden Euro
Die Kosten der Modernisierung werden derzeit auf rund 2,2 Milliarden Euro geschätzt. Die endgültige Abrechnung soll erst nach dem vollständigen Abschluss aller Arbeiten erfolgen.
Die Strecke Hamburg–Berlin gilt als eines der größten Projekte im Rahmen des deutschen Programms zur Generalsanierung des Schienennetzes. Bis Mitte der 2030er Jahre plant die Deutsche Bahn, rund 40 weitere zentrale Verkehrskorridore nach diesem Modell zu modernisieren.
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