Nach jahrelangem Warten hat Rockstar Games eine 26-minütige Gameplay-Präsentation von GTA 6 veröffentlicht. Das Video war zunächst exklusiv auf Netflix verfügbar. Gleichzeitig verbreitete das anonyme Projekt CyberLeek zahlreiche nicht autorisierte Aufnahmen aus dem Spiel. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf sueddeutsche.
Netflix zeigt 26 Minuten Gameplay aus GTA 6
Die Premiere des Gameplay-Videos fand am Abend des 27. August statt. Sechs Stunden lang war die Präsentation ausschließlich auf Netflix zu sehen, anschließend erschien sie auch auf kostenlosen Plattformen. Medienberichten zufolge führte das große Zuschauerinteresse zeitweise zu einer Überlastung der Netflix-Server.
Im Mittelpunkt stehen die beiden Hauptfiguren Jason und Lucia. Zu Beginn betreten sie ein mit Graffiti bedecktes Hochhaus, in dem kurz darauf eine Schießerei ausbricht. Die zunächst wie eine inszenierte Filmsequenz wirkende Szene geht schrittweise in das eigentliche Gameplay über.
Die Präsentation zeigt außerdem Verfolgungsjagden, Schnellboote, Motorräder, Fallschirmsprünge und Auseinandersetzungen mit der Polizei. Schauplatz ist eine weitläufige amerikanische Metropole, die sich an Miami orientiert. Als musikalische Begleitung ist „Devil Woman“ des britischen Sängers Cliff Richard zu hören.
Was über die Veröffentlichung von GTA 6 bekannt ist
Die Entwicklung des neuen Grand-Theft-Auto-Teils dauerte rund 13 Jahre. Nach inoffiziellen Schätzungen könnten Entwicklung und Vermarktung zwischen zwei und drei Milliarden Dollar gekostet haben. Rockstar hat diese Zahlen bislang nicht bestätigt.
Die Veröffentlichung von GTA 6 ist für den 19. November geplant. Die Handlung konzentriert sich auf Jason und Lucia, die an Raubüberfällen und weiteren kriminellen Unternehmungen beteiligt sind. Die Spielwelt umfasst eine dicht besiedelte Großstadt, Vororte, Straßen, Gewässer und zahlreiche interaktive Schauplätze.
CyberLeek veröffentlicht inoffizielle Aufnahmen
Der offiziellen Präsentation ging eine Reihe von Leaks voraus. Eine unbekannte Einzelperson oder Gruppe unter dem Namen CyberLeek begann, regelmäßig Ausschnitte aus GTA 6 ins Internet zu stellen. Bis zum Abend des 27. August entsprach die Gesamtlänge dieser Aufnahmen ungefähr der Dauer des offiziellen Gameplay-Videos.
In den geleakten Szenen ist Jason unter anderem beim Basketballspielen und Tanken sowie bei einer Schießerei in einer FKK-Anlage zu sehen. Grafik und Animationen wirken weniger ausgereift als in der offiziellen Präsentation. Die Aufnahmen könnten daher aus einer früheren Entwicklungsphase stammen.
Rockstar Games hat bisher nicht öffentlich erklärt, wie die Dateien ins Internet gelangten und aus welcher Version des Spiels sie stammen.
CyberLeek kritisiert den digitalen Spielevertrieb
CyberLeek ergänzte die veröffentlichten Videos mit Botschaften gegen die Geschäftspolitik von Rockstar und Sony. Die Verantwortlichen behaupteten, digitale Vertriebsmodelle würden das Eigentumsrecht von Spielern an gekauften Produkten einschränken.
Beim Erwerb eines Spiels in einem digitalen Store erhalten Kunden in der Regel eine Nutzungslizenz und keine physische Kopie. Einige Titel sind zudem dauerhaft auf die Server des jeweiligen Anbieters angewiesen. Werden diese abgeschaltet, können einzelne Funktionen oder das gesamte Spiel unzugänglich werden.
Gleichzeitig warb CyberLeek für eine eigene Kryptowährung. Zuschauer wurden aufgefordert, die entsprechenden Token zu kaufen und damit angeblich weitere Veröffentlichungen zu finanzieren. Laut dem Bericht könnten die Verantwortlichen rund 250.000 Dollar aus dem Kryptoprojekt abgezogen haben.
Lauch-Aktion vor dem Rockstar-Büro
CyberLeek stellte außerdem eine ungewöhnliche Bedingung für die Veröffentlichung weiterer Videos. Vor den Büros von Rockstar sollten zehn als Lauchstangen verkleidete Menschen erscheinen. Die Aktion beruhte auf einem Wortspiel: Das englische Wort „leek“ bedeutet Lauch und klingt ähnlich wie „leak“, also die unerlaubte Veröffentlichung vertraulicher Informationen.
Später nahm ein junger Mann vor der Rockstar-Zentrale im schottischen Edinburgh ein Video auf. Darin forderte er die Veröffentlichung zusätzlicher Aufnahmen und biss anschließend in eine Lauchstange.
Die bislang letzte Botschaft von CyberLeek sprach von der „Nacht, in der wir das Internet zerstörten“. Zur Identität der Verantwortlichen oder zu möglichen Ermittlungen der Behörden liegen derzeit keine Informationen vor.
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