Nach einer neuen Serie amerikanischer Luftangriffe auf die militärische Infrastruktur Irans hat sich die Lage im Nahen Osten deutlich verschärft. Iran erklärte die Straße von Hormus für geschlossen und begann mit Angriffen auf amerikanische Einrichtungen in mehreren Staaten der Region. In mehreren Ländern am Persischen Golf wurde Luftalarm ausgelöst. Internationale Vermittler konnten bei den Gesprächen bislang keinen Durchbruch erzielen. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf welt.
USA weiten Militäroperation gegen Iran aus
Nach Angaben des Zentralkommandos der US-Streitkräfte, CENTCOM, griffen amerikanische Einheiten in der Nacht zum 12. Juli zahlreiche Ziele im Süden Irans an. An der Operation waren Kampfflugzeuge, Drohnen und Schiffe der US-Marine beteiligt.
Demnach wurden rund 140 militärische Ziele getroffen. Dazu gehörten Raketenstellungen, Waffenlager, Kommandoeinrichtungen sowie Anlagen zur Überwachung und Kommunikation an der Küste. Nach Angaben der US-Seite stieg die Zahl der innerhalb einer Woche angegriffenen Ziele damit auf mehr als 300.
Iranische Staatsmedien berichteten über Explosionen in der Hafenstadt Buschehr und an weiteren Orten entlang der Küste des Persischen Golfs. Washington erklärte, die Angriffe seien eine Reaktion auf iranische Attacken gegen die Handelsschifffahrt gewesen.
Iran erklärt Straße von Hormus erneut für geschlossen
Die iranischen Revolutionsgarden kündigten neue Einschränkungen für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus an. Nach Darstellung Teherans hätten mehrere ausländische Schiffe die vorgeschriebenen Routen verlassen.
In einer offiziellen Erklärung hieß es, ein Schiff habe seine Ortungssysteme abgeschaltet. Daraufhin sei ein Warnschuss abgegeben worden. Das Schiff habe gestoppt, später sei an Bord ein Feuer ausgebrochen.
Die britische Seesicherheitsbehörde UKMTO teilte mit, die Besatzung des Containerschiffs habe das Schiff verlassen und sei gerettet worden.
Die Straße von Hormus gehört zu den wichtigsten Seewegen der Welt. Vor der aktuellen Eskalation wurden ungefähr 20 Prozent der weltweiten Öltransporte durch diese Meerenge abgewickelt.
Amerikanische Einrichtungen in der Region unter Beschuss
Nach den amerikanischen Luftangriffen begann Iran mit einer Serie von Gegenangriffen auf Ziele der USA und ihrer Verbündeten.
Iranischen Berichten zufolge wurde ein amerikanischer Militärflugplatz in Jordanien mit Raketen angegriffen. Zudem soll ein Logistikzentrum der US-Marine im Oman attackiert worden sein.
Darüber hinaus wurden Drohnen auf Ziele in Kuwait und Bahrain abgefeuert. Mehrere Golfstaaten meldeten Raketen- und Drohnenangriffe.
Luftalarm in mehreren Golfstaaten
Nach Beginn der neuen Angriffe wurden die Luftverteidigungssysteme in mehreren Ländern der Region in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.
Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate meldete den Einsatz der Flugabwehr, nachdem eine Raketenbedrohung registriert worden war.
In Bahrain ertönten Luftschutzsirenen.
In der katarischen Hauptstadt Doha waren nach Angaben von AFP-Journalisten Explosionen zu hören. Das Innenministerium von Katar forderte die Bevölkerung auf, in ihren Häusern zu bleiben, offene Flächen zu meiden und sich von Fenstern fernzuhalten, bis sich die Sicherheitslage stabilisiert habe.
Vermittlungsgespräche bleiben ohne Ergebnis
Die bisherigen Versuche, die Spannungen zu reduzieren, brachten keinen Durchbruch.
Vertreter Katars, Omans und Pakistans bemühten sich in den vergangenen Tagen um eine Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den Konfliktparteien. Irans Außenminister Abbas Araghtschi traf seinen omanischen Amtskollegen, um Möglichkeiten für eine sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu erörtern.
CNN zufolge legte Oman einen Vorschlag vor, der einen sicheren Korridor durch omanische Hoheitsgewässer vorsehen sollte. Eine Einigung wurde jedoch nicht erzielt.
Teheran und Washington verschärfen ihre Rhetorik
Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf warf den USA vor, zuvor getroffene Vereinbarungen verletzt zu haben. In einem Beitrag auf der Plattform X erklärte er, Teheran habe Washington vor den Folgen einer Missachtung der Verpflichtungen gewarnt.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, die Gespräche mit Iran könnten fortgesetzt werden. Gleichzeitig kündigte er jedoch das Ende der Waffenruhe an. Zudem erklärte Trump, die US-Streitkräfte hätten den Befehl erhalten, sich auf eine umfassende Reaktion im Falle weiterer Angriffe gegen die Vereinigten Staaten vorzubereiten.
Zusätzliche Spannungen entstanden durch Medienberichte, wonach Israel Washington Geheimdienstinformationen über ein mögliches iranisches Attentatskomplott gegen Donald Trump übermittelt haben soll.
Konflikt weitet sich weiter aus
Die aktuelle Eskalation ist eine Fortsetzung der Ereignisse der vergangenen Wochen, die nach amerikanischen und israelischen Luftangriffen auf Iran am 28. Februar begonnen hatten.
Irans neuer oberster Führer, Ajatollah Modschtaba Chamenei, erklärte, sein Land werde nach dem Tod seines Vorgängers Ali Chamenei weitere Vergeltungsmaßnahmen ergreifen.
Während die gegenseitigen Angriffe anhalten, bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die internationalen Energiemärkte.
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