Die deutsche Francisco Deutschland GmbH, die 19 Feinkostgeschäfte der Marke Oil & Vinegar betrieb, hat ihren Geschäftsbetrieb vollständig eingestellt. Sämtliche Filialen wurden geschlossen, die Mietverträge gekündigt und rund 80 Beschäftigte entlassen. Das Unternehmen konnte nicht gerettet werden, weil sich kein Investor fand, der bereit war, die Ladenkette fortzuführen. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf merkur.
Das Unternehmen mit Sitz in Cochem in Rheinland-Pfalz hatte am 21. Mai 2026 einen Insolvenzantrag gestellt. Während des vorläufigen Insolvenzverfahrens blieben die Geschäfte zunächst regulär geöffnet. Dadurch sollte dem Insolvenzverwalter ausreichend Zeit gegeben werden, einen Käufer zu suchen und die Möglichkeiten für eine Fortführung des Unternehmens zu prüfen.
Das reguläre Insolvenzverfahren wurde am 3. August eröffnet. Danach zeigte sich, dass die Francisco Deutschland GmbH ihre Geschäftstätigkeit ohne zusätzliche Finanzierung nicht fortsetzen konnte.
Kein Investor für Francisco Deutschland GmbH gefunden
Mit der Suche nach einem möglichen Investor war Insolvenzverwalter Jens Lieser von der Koblenzer Kanzlei LIESER beauftragt. Bereits im Mai hatte er von ersten Anfragen interessierter Parteien berichtet, die eine Fortführung der Geschäfte in Betracht zogen.
Die Verhandlungen führten jedoch zu keinem Ergebnis. Keiner der potenziellen Käufer erklärte sich bereit, das Unternehmen mitsamt seinen Filialen und laufenden Verpflichtungen zu übernehmen.
Die Francisco Deutschland GmbH bestätigte, dass kein Investor gefunden werden konnte, der den weiteren Betrieb des Unternehmens und seiner Niederlassungen finanziell abgesichert hätte. Nachdem damit keine Perspektive für eine Fortführung mehr bestand, leitete der Insolvenzverwalter die Abwicklung des Geschäftsbetriebs ein.
Im Zuge dieses Verfahrens stellte das Unternehmen den Betrieb aller direkt verwalteten Oil-&-Vinegar-Geschäfte ein. Die Mietverträge für die entsprechenden Verkaufsflächen wurden gekündigt.
Oil-&-Vinegar-Filialen in deutschen Großstädten geschlossen
Zur Francisco Deutschland GmbH gehörten 19 Geschäfte in verschiedenen Regionen Deutschlands. Filialen befanden sich unter anderem in Berlin, Hamburg und Konstanz am Bodensee.
Während des vorläufigen Insolvenzverfahrens blieben die Verkaufsstellen zunächst geöffnet. Das Unternehmen bediente weiterhin Kunden, während der Insolvenzverwalter die finanzielle Lage prüfte und Gespräche mit möglichen Investoren führte.
Nach der Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens musste der Geschäftsbetrieb vollständig eingestellt werden. Alle 19 Filialen wurden geschlossen. Die Francisco Deutschland GmbH betreibt damit kein einziges Geschäft der Marke mehr.
Von der Schließung des Unternehmens sind rund 80 Beschäftigte betroffen. Im Rahmen der Abwicklung wurde allen Mitarbeitern gekündigt.
Das ist über die Marke Oil & Vinegar bekannt
Oil & Vinegar ist eine niederländische Marke, die sich auf den Verkauf von Ölen, Essigsorten und weiteren Feinkostprodukten spezialisiert hat. Zum Sortiment gehören hochwertige Pflanzenöle, verschiedene Essige, Soßen, Gewürze, Snacks und Geschenksets.
Die Ladenkette ist nicht nur in den Niederlanden und Deutschland, sondern auch in Belgien, Österreich, der Schweiz, den Vereinigten Staaten und Brasilien vertreten. In einzelnen Ländern werden die Geschäfte von regionalen Gesellschaften und unabhängigen Franchisenehmern betrieben.
Die Francisco Deutschland GmbH war für 19 eigene Oil-&-Vinegar-Filialen in Deutschland verantwortlich. Darüber hinaus bestand ein Netzwerk aus drei unabhängigen Franchisegeschäften.
Der Sitz des deutschen Unternehmens befand sich in Cochem an der Mosel im Landkreis Cochem-Zell. Die Gesellschaft war eine deutsche Tochter des niederländischen Unternehmens Assisi BV.
Insolvenz der Muttergesellschaft verschärfte die finanzielle Krise
Als einer der Hauptgründe für die Zahlungsunfähigkeit der Francisco Deutschland GmbH gilt der finanzielle Zusammenbruch ihrer niederländischen Muttergesellschaft. Auch Assisi BV hatte in den Niederlanden Insolvenz angemeldet.
Die Muttergesellschaft betrieb Oil-&-Vinegar-Geschäfte in mehreren europäischen Ländern und verantwortete zudem die Präsenz der Marke in den USA und Brasilien. Ihre Insolvenz wirkte sich unmittelbar auf die deutsche Tochtergesellschaft aus und schränkte deren Möglichkeiten zur Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs ein.
Nach dem Insolvenzantrag blieben die deutschen Geschäfte zunächst geöffnet. Der Insolvenzverwalter hoffte, einen Käufer zu finden, der die gesamte Kette oder zumindest einen Teil der Filialen übernehmen würde. Verbindliche Angebote, die eine solche Lösung ermöglicht hätten, gingen jedoch nicht ein.
Drei unabhängige Geschäfte bleiben in Deutschland geöffnet
Die Abwicklung der Francisco Deutschland GmbH bedeutet nicht, dass die Marke Oil & Vinegar vollständig vom deutschen Markt verschwindet. Nach der Schließung der 19 Filialen bleiben drei Geschäfte bestehen, die von unabhängigen Franchisenehmern betrieben werden.
Diese Verkaufsstellen gehörten rechtlich nicht zu dem insolventen Unternehmen und verfügen über eigenständige Betreiber. Die Insolvenz der Francisco Deutschland GmbH führte daher nicht automatisch zu ihrer Schließung.
Alle Geschäfte, die unmittelbar von der Gesellschaft in Cochem betrieben wurden, haben ihren Betrieb dagegen bereits eingestellt. Das Insolvenzverfahren wird fortgeführt. Vermögenswerte und weitere Aktiva des Unternehmens sollen entsprechend den Vorgaben des deutschen Insolvenzrechts verwertet werd
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