In der Nacht zum 1. September hat Russland einen weiteren massiven Angriff auf die Ukraine verübt. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kamen dabei mindestens zwölf Menschen ums Leben. Unter den Todesopfern befand sich auch ein indischer Staatsbürger. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf tagesschau.
Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, dass der Angriff am 31. August gegen 18 Uhr begonnen habe. Die russischen Streitkräfte setzten Raketen und mehr als 200 Drohnen ein. Etwa ein Drittel der Flugkörper war demnach mit Strahltriebwerken ausgestattet. Solche Drohnen erreichen höhere Geschwindigkeiten und sind schwieriger abzufangen.
Rakete trifft Eisenbahndepot in Kiew
Die meisten Todesopfer wurden in Kiew registriert. Der Vorstandsvorsitzende der ukrainischen Staatsbahn, Oleksandr Perzowskyj, berichtete von einem Raketeneinschlag in ein Eisenbahndepot. Auch weitere Einrichtungen der Bahninfrastruktur wurden beschädigt.
In der ukrainischen Hauptstadt kamen sieben Menschen ums Leben. Sechs von ihnen waren Beschäftigte der Eisenbahn. Ein weiterer Mitarbeiter wurde in ein Krankenhaus gebracht.
In Boryspil östlich von Kiew starben vier Menschen. Wohnhäuser und weitere zivile Einrichtungen wurden beschädigt.
Hafen- und Energieanlagen in der Region Odessa beschädigt
Auch die Region Odessa wurde angegriffen. Dabei entstanden Schäden an Hafenanlagen und Einrichtungen der Energieversorgung. Nach dem Angriff waren nach Angaben Selenskyjs Tausende Haushalte ohne Strom.
In einem Wohnhaus brach ein Feuer aus. Nach Angaben der Rettungsdienste wurde dabei ein Mensch verletzt.
Getroffen wurde außerdem der Fährgrenzübergang Orliwka an der ukrainisch-rumänischen Grenze. Wegen der Schäden wurde die Abfertigung von Reisenden und Fahrzeugen vorübergehend eingestellt. Selenskyj bezeichnete den Angriff als gezielten Schlag gegen die Grenz- und Exportinfrastruktur der Ukraine.
Russland bestätigt massiven Angriff
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Einsatz von Langstreckenwaffen und Drohnen. Nach Darstellung Moskaus richtete sich der Angriff gegen Einrichtungen der Rüstungsindustrie, Energie- und Treibstoffanlagen in Kiew sowie gegen Infrastruktur in der Region Odessa.
Es war bereits der sechste Tag in Folge, an dem Kiew russischen Angriffen ausgesetzt war. In der vorausgegangenen Woche hatte es in der Hauptstadt wiederholt lang andauernden Luftalarm gegeben.
Ukrainische Drohnen greifen russischen Hafen Ust-Luga an
In der russischen Region Leningrad wurde der Hafen Ust-Luga von Drohnen angegriffen. Der Hafen liegt am Finnischen Meerbusen unweit der Grenze zu Estland.
Nach Angaben des Gouverneurs der Region, Alexander Drosdenko, entstanden Schäden im Hafengebiet. Zudem brach ein Feuer aus, das später gelöscht wurde.
Ust-Luga gehört zu den wichtigsten russischen Umschlagplätzen für Öl, Kohle und Düngemittel. Einrichtungen des Hafens waren bereits zuvor Ziel von Drohnenangriffen.
Russische Seite meldet fünf Tote
Die von Russland eingesetzte Verwaltung im besetzten Teil der Region Luhansk berichtete von vier Todesopfern infolge ukrainischer Drohnenangriffe. Drei weitere Menschen seien verletzt worden.
Auch die Behörden der russischen Region Belgorod meldeten einen Toten. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben liegt nicht vor.
Die Ukraine greift regelmäßig russische Ölraffinerien, Treibstofflager, Häfen und andere Einrichtungen an, die zur Versorgung der russischen Streitkräfte beitragen. Kiew begründet diese Einsätze mit dem Ziel, das militärische Potenzial Russlands zu schwächen und dessen Einnahmen aus dem Energieexport zu verringern.
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