Eine der größten deutschen Baumarktketten, Hellweg, hat offiziell ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Das zuständige Amtsgericht Essen hat den Antrag des Unternehmens genehmigt. Von den finanziellen Schwierigkeiten sind rund 2.900 Beschäftigte bundesweit betroffen. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Вild.
Trotz des eröffneten Insolvenzverfahrens sollen alle 68 Märkte in Deutschland sowie der Onlineshop vorerst uneingeschränkt weiter betrieben werden. Die Mitarbeiter erhalten in den kommenden drei Monaten Insolvenzgeld über die Bundesagentur für Arbeit.
Gericht bestellt vorläufigen Insolvenzverwalter
Im Rahmen des Verfahrens wurde der Rechtsanwalt Stephan Denkhaus zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Er soll die Interessen der Gläubiger wahren und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens bewerten.
Zusätzlich wurden zwei Restrukturierungsexperten in das Managementteam aufgenommen. Sie sollen die Geschäftstätigkeit der Baumarktkette analysieren und mögliche Maßnahmen zur finanziellen Stabilisierung erarbeiten.
Welche Standorte im Zuge der Restrukturierung besonders geprüft werden oder von weiteren Maßnahmen betroffen sein könnten, wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Umsätze nach dem Pandemie-Boom deutlich eingebrochen
Hellweg zählt zu den bekanntesten Baumarkt- und Heimwerkerketten Deutschlands. Die meisten Filialen befinden sich im Rhein-Ruhr-Gebiet sowie in Berlin.
Nach dem starken Nachfrageanstieg während der COVID-19-Pandemie verzeichnete das Unternehmen einen deutlichen Umsatzrückgang. Während die Unternehmensgruppe im Jahr 2022 noch rund 850 Millionen Euro Umsatz erzielte, sank dieser Wert 2023 auf 672 Millionen Euro.
Angesichts der schwächeren Konjunktur, steigender Kosten und einer nachlassenden Kaufbereitschaft der Verbraucher leitete die Unternehmensführung bereits im vergangenen Jahr ein Restrukturierungsprogramm ein. Personal wurde abgebaut und Kosten wurden gesenkt. Diese Maßnahmen reichten jedoch nicht aus, um die wirtschaftliche Lage nachhaltig zu stabilisieren.
Bereits zuvor waren Filialschließungen angekündigt worden
Kurz vor dem Insolvenzantrag hatte Hellweg angekündigt, zehn Standorte schließen zu wollen. Wie viele weitere Märkte künftig betroffen sein könnten, wird nun im Rahmen des Insolvenz- und Restrukturierungsverfahrens geprüft.
Der erste Hellweg-Baumarkt wurde 1971 in Dortmund eröffnet. Der Name des Unternehmens geht auf den historischen Handelsweg „Hellweg“ zurück, der im Mittelalter zu den wichtigsten Verkehrs- und Handelsrouten Mitteleuropas gehörte.
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