Der US-Autobauer General Motors entwickelt seine Technologien für autonomes Fahren weiter, obwohl die Robotaxi-Sparte Cruise eingestellt wurde. Nach Angaben des Unternehmens könnten die derzeit für Privatfahrzeuge entwickelten autonomen Systeme künftig auch für kommerzielle Robotaxi-Dienste genutzt werden. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Вusinessinsider.
Dies erklärte Sterling Anderson, Chief Product Officer von GM und ehemaliger Leiter des Autopilot-Programms bei Tesla, in einem Interview mit Business Insider.
Laut Anderson verfolgt GM einen schrittweisen Ansatz bei der Entwicklung autonomer Fahrfunktionen. Zunächst werden die Systeme auf Autobahnen erprobt, wo die Verkehrsbedingungen besser vorhersehbar sind. Anschließend sollen die Technologien auf Landstraßen und urbane Gebiete ausgeweitet werden.
Der Manager betonte, dass die Einsatzgebiete der autonomen Systeme von GM langfristig so groß werden könnten, dass sie den Betrieb eines wirtschaftlich tragfähigen Robotaxi-Netzwerks ermöglichen.
Nach dem Aus von Cruise setzt GM neue Prioritäten
Noch vor wenigen Jahren galt GM als einer der wichtigsten Konkurrenten von Waymo im Bereich autonomer Fahrdienste. Der Konzern investierte mehr als 10 Milliarden US-Dollar in das Robotaxi-Start-up Cruise, das bereits 2016 übernommen worden war.
Im Jahr 2024 stellte GM die Entwicklung von Cruise jedoch ein. Vorausgegangen waren regulatorische Probleme sowie ein schwerwiegender Sicherheitsvorfall, der zur Aussetzung der Testfahrten in Kalifornien führte.
Seitdem konzentriert sich das Unternehmen verstärkt auf die Weiterentwicklung eigener Fahrerassistenzsysteme. Im Mittelpunkt steht dabei Super Cruise, eine Technologie für freihändiges Fahren mit permanenter Fahrerüberwachung.
Neuer Autonomiegrad soll ab 2028 eingeführt werden
Im April teilte GM mit, dass Kunden bereits mehr als eine Milliarde Meilen mit den freihändigen Fahrfunktionen des Unternehmens zurückgelegt haben. Zudem plant der Konzern, ab 2028 ein Autobahn-System einzuführen, bei dem Fahrer ihre Aufmerksamkeit nicht dauerhaft auf die Fahrbahn richten müssen.
Das erste Fahrzeug mit dieser Technologie soll der elektrische Luxus-SUV Cadillac Escalade IQ werden.
Parallel dazu baut GM sein Team für autonomes Fahren weiter aus. Ende vergangenen Jahres holte der Konzern die frühere Cruise- und Tesla-Managerin Ronali Mann zurück ins Unternehmen. Medienberichten zufolge wurden außerdem rund 100 ehemalige Cruise-Mitarbeiter erneut eingestellt, um an neuen autonomen Fahrfunktionen zu arbeiten.
Wettbewerb im Robotaxi-Markt nimmt weiter zu
Während GM seine Strategie neu ausrichtet, treiben andere Unternehmen ihre Robotaxi-Projekte voran. Das von Hyundai Motor Company unterstützte Unternehmen Motional hat in diesem Jahr gemeinsam mit Uber einen Robotaxi-Dienst in Las Vegas gestartet und plant, bis Ende 2026 vollständig fahrerlose Fahrten anzubieten.
Auch Rivian arbeitet an autonomen Technologien für künftige Robotaxi-Flotten. Im März kündigte der Elektroautohersteller eine Vereinbarung mit Uber im Wert von 1,25 Milliarden US-Dollar an, um einen Robotaxi-Dienst aufzubauen.
GM betont zwar, dass der Schwerpunkt derzeit auf autonomen Funktionen für Privatfahrzeuge liegt. Gleichzeitig schließt das Unternehmen nicht aus, diese Technologien künftig auch für Robotaxi-Angebote einzusetzen.
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