Für Freitag, den 5. Juni 2026, erwartet das NOAA Space Weather Prediction Center einen geomagnetischen Sturm bis zur Stufe G3 mit einem Kp-Wert von 7. Für Imowell berichtet Imowell auf Basis des offiziellen NOAA-3-Tage-Forecasts: Der stärkste Abschnitt des Ereignisses fällt in Deutschland voraussichtlich in die frühen Morgenstunden.
Die Sonnenaktivität heute bleibt erhöht, weil mehrere koronale Massenauswürfe vom 3. und 4. Juni Richtung Erde unterwegs sind. NOAA nennt für den 4. und 5. Juni G2- bis G3-Bedingungen als wahrscheinlich; am 6. Juni soll die geomagnetische Aktivität wieder schwächer ausfallen.
Ein Magnetsturm ist keine Wetterlage in der Troposphäre, sondern eine Störung des Erdmagnetfeldes. Auslöser sind geladene Teilchen aus dem Sonnenwind, oft verstärkt durch koronale Massenauswürfe.
Aktuelle Prognose für den 5. Juni 2026
Der Magnetsturm am 5. Juni 2026 erreicht nach NOAA-Prognose seinen höchsten erwarteten Dreistundenwert zwischen 00 und 03 Uhr UTC. In Deutschland entspricht das 02 bis 05 Uhr MESZ.
| Zeitraum UTC | Deutschland MESZ | Erwarteter Kp-Wert | NOAA-Stufe | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| 00–03 Uhr | 02–05 Uhr | 7.00 | G3 | starker geomagnetischer Sturm |
| 03–06 Uhr | 05–08 Uhr | 6.33 | G2 | moderater geomagnetischer Sturm |
| 06–09 Uhr | 08–11 Uhr | 6.00 | G2 | moderater geomagnetischer Sturm |
| 09–12 Uhr | 11–14 Uhr | 4.67 | G1 | schwacher Sturmbereich |
| 12–15 Uhr | 14–17 Uhr | 4.33 | unter G1 | aktive Bedingungen |
| 15–18 Uhr | 17–20 Uhr | 4.67 | G1 | schwacher Sturmbereich |
| 18–21 Uhr | 20–23 Uhr | 5.00 | G1 | schwacher geomagnetischer Sturm |
| 21–00 Uhr | 23–02 Uhr | 4.33 | unter G1 | aktive Bedingungen |
Der relevanteste Zeitraum für Beobachter in Deutschland liegt vor Sonnenaufgang. Danach bleibt die Aktivität erhöht, doch das Tageslicht macht Polarlichtbeobachtungen unmöglich.
Warum die Sonnenaktivität erhöht ist
Die NOAA begründet die Prognose mit einer Kombination mehrerer CMEs, die die Sonne am 3. und 4. Juni verlassen haben. CME steht für „coronal mass ejection“, also koronaler Massenauswurf. Dabei schleudert die Sonne Plasma und Magnetfeldstrukturen in den interplanetaren Raum.
Trifft eine solche Plasmawolke auf die Magnetosphäre der Erde, können geomagnetische Störungen entstehen. Entscheidend ist nicht nur die Geschwindigkeit des Sonnenwinds, sondern auch die Ausrichtung des interplanetaren Magnetfeldes.
Für den gleichen Zeitraum meldet NOAA zudem eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Radio-Blackouts. R1- bis R2-Ereignisse werden vom 4. bis 6. Juni mit 60 Prozent angegeben, R3 oder stärker mit 15 Prozent.
Was Kp 7 und G3 bedeuten
Die Kp-Index Prognose ist der wichtigste Kurzindikator für die globale geomagnetische Aktivität. Das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung beschreibt den Kp-Index als dreistündigen Messwert, der den Energieeintrag aus dem Sonnenwind in das Erdsystem abbildet und auf Daten von 13 geomagnetischen Observatorien basiert.
- Kp 5 entspricht G1 und gilt als schwacher geomagnetischer Sturm.
- Kp 6 entspricht G2 und gilt als moderater geomagnetischer Sturm.
- Kp 7 entspricht G3 und gilt als starker geomagnetischer Sturm.
- Kp 8 entspricht G4 und gilt als schwerer geomagnetischer Sturm.
- Kp 9 entspricht G5 und gilt als extremes Ereignis.
NOAA ordnet G3 als „Strong“ ein. Mögliche Folgen sind Spannungskorrekturen in Stromsystemen, zusätzliche Belastung für Satelliten in niedrigen Erdorbits, zeitweise Probleme bei Satellitennavigation und Kurzwellenfunk sowie Polarlichter in niedrigeren Breiten als üblich.
Auswirkungen in Deutschland
Ein geomagnetischer Sturm Deutschland bedeutet nicht, dass Haushalte mit Stromausfällen oder Kommunikationsausfällen rechnen müssen. Bei G3 liegen die praktischen Risiken vor allem bei technischen Systemen, die empfindlich auf Funkstörungen, Satellitensignale oder Änderungen in der oberen Atmosphäre reagieren.
Mögliche Effekte betreffen vor allem:
- Kurzwellenfunk, besonders über längere Strecken und in höheren Breiten;
- satellitengestützte Navigation mit hohen Genauigkeitsanforderungen;
- Satelliten in niedrigen Erdorbits durch erhöhten atmosphärischen Widerstand;
- Stromnetz-Monitoring bei Netzbetreibern;
- Polarlichtsichtungen weiter südlich als in ruhigen Nächten.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beschreibt Weltraumwetter als Faktor für satellitengestützte Kommunikation, Navigation und technische Infrastruktur. Besonders relevant ist die Ionosphäre, weil sie Funksignale und Navigationssignale beeinflussen kann.
Polarlicht-Prognose für Deutschland
Die Polarlicht Prognose Deutschland fällt für den 5. Juni besser aus als an ruhigen Tagen, bleibt aber stark vom Standort abhängig. Kp 7 kann im Norden Deutschlands ausreichen, um schwache Polarlichter oder fotografische Polarlichter sichtbar zu machen.
Die besten Chancen haben Regionen mit freiem Nordhorizont:
- Schleswig-Holstein;
- Mecklenburg-Vorpommern;
- Hamburg und nördliches Niedersachsen;
- nördliches Brandenburg;
- Ostseeküste und Nordseeküste;
- dunkle ländliche Gebiete weit weg von Stadtlicht.
In Mitteldeutschland sind Polarlichter bei Kp 7 möglich, aber deutlich unsicherer. In Süddeutschland braucht es meist sehr dunklen Himmel, eine günstige Magnetfeldausrichtung und einen klaren Blick nach Norden.
Der Juni macht die Beobachtung schwieriger. Die Nächte sind kurz, und im Norden bleibt die Dämmerung lange sichtbar. Der beste Zeitraum liegt deshalb zwischen später Abenddämmerung, lokaler Mitternacht und den frühen Morgenstunden.
Einfluss auf Menschen und Gesundheit
Viele Suchanfragen verbinden Sonnensturm Auswirkungen auf den Menschen mit Kopfschmerzen, Schlafstörungen, innerer Unruhe oder Kreislaufproblemen. Für Menschen am Boden gibt es bei einem G2- bis G3-Ereignis keine offizielle Gesundheitswarnung wie bei Hitze, UV-Strahlung oder Unwetter.
Die Atmosphäre und das Erdmagnetfeld schützen die Erdoberfläche weitgehend vor direkter Teilchenstrahlung. Relevanter wird Weltraumwetter für Astronauten, Flugrouten in Polargebieten und technische Systeme außerhalb oder am Rand der Atmosphäre. Das DLR nennt mögliche Auswirkungen auf Menschen vor allem im Zusammenhang mit astronautischen Missionen.
Praktische Empfehlungen bleiben bodenständig:
- Bei Wetterfühligkeit Schlafrhythmus möglichst stabil halten.
- Am Abend helles Displaylicht und zu viel Koffein vermeiden.
- Ausreichend trinken, besonders bei Wärme und wenig Schlaf.
- Blutdruck oder Puls bei bekannten Herz-Kreislauf-Themen nach ärztlichem Plan kontrollieren.
- Bei Brustschmerz, Atemnot, Lähmungen oder Sprachstörungen medizinische Hilfe rufen.
Der Magnetsturm ersetzt keine medizinische Erklärung für akute Beschwerden.
Welche Live-Werte am Freitag zählen
Der Kp-Wert zeigt die globale Störung, erklärt aber nicht allein, ob Polarlichter in Deutschland sichtbar werden. Für eine bessere Einschätzung zählen mehrere Werte gleichzeitig.
| Wert | Bedeutung | Günstiges Signal für Polarlicht |
|---|---|---|
| Kp | globale geomagnetische Aktivität | Kp 5 oder höher |
| Bz | Nord-Süd-Komponente des Magnetfeldes | länger negativ |
| Sonnenwind | Geschwindigkeit und Dichte der Teilchen | steigende Werte |
| Bt | Stärke des interplanetaren Magnetfeldes | höherer Wert |
| Wolken und Mondlicht | lokale Sichtbedingungen | klarer, dunkler Himmel |
Für Deutschland ist ein negativer Bz-Wert besonders relevant. Wenn das Magnetfeld über längere Zeit südlich ausgerichtet ist, koppelt der Sonnenwind besser an das Erdmagnetfeld an. Dann steigt die Chance, dass ein rechnerisch guter Kp-Wert auch sichtbare Effekte bringt.
Kurzer Ausblick auf den 6. Juni
NOAA erwartet am 6. Juni 2026 deutlich niedrigere Kp-Werte als am 5. Juni. Der höchste Wert in der veröffentlichten Tabelle liegt für den 6. Juni bei 4.33, also unterhalb der G1-Schwelle.
Damit liegt der Schwerpunkt des Ereignisses klar auf dem 4. und 5. Juni. Für Deutschland ist der Freitagmorgen der wichtigste Zeitraum, während am Freitagabend nur noch schwächere G1-Bedingungen prognostiziert sind.
Der 5. Juni 2026 bringt nach aktuellem NOAA-Stand ein reales G3-Risiko mit Kp 7. Der stärkste Abschnitt fällt in Deutschland voraussichtlich zwischen 02 und 05 Uhr MESZ.
Für Norddeutschland bestehen erhöhte Chancen auf fotografische oder schwach sichtbare Polarlichter. Für den Alltag stehen nicht Menschen am Boden im Mittelpunkt, sondern Funk, Satelliten, GPS-Präzision und technische Infrastruktur.
Zuvor berichtete Imowell: El Niño 2026: Neue UN-Warnung vor Hitze, Extremwetter und globalen Folgen.
