Rafael K., Besitzer einer Metzgerei im schweizerischen Volketswil, hat seinen Betrieb nach vier Jahren geschlossen. Grund dafür seien anhaltende Probleme mit dem Personal gewesen. Darüber berichtete das Schweizer Portal Nau.ch. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf focus.
Der 37-Jährige hatte das Geschäft 2022 übernommen und wollte einen Familienbetrieb mit guten Arbeitsbedingungen aufbauen. Nach eigenen Angaben begannen die Schwierigkeiten mit dem Personal jedoch schon kurz nach der Übernahme.
Besitzer berichtet über Konflikte mit Mitarbeitern
Der Metzger erklärte, ein junger Mitarbeiter habe versucht, den Arbeitsplan selbst zu bestimmen und gefordert, das Team regelmäßig früher nach Hause zu schicken. Nach mehreren Streitigkeiten wurde der Mitarbeiter entlassen.
Ein weiterer Angestellter sei während der Probezeit häufiger krankgeschrieben gewesen als tatsächlich bei der Arbeit. Einen anderen Metzger entließ Rafael wegen Fleischdiebstahls.
Der Unternehmer sprach außerdem von wiederkehrenden Konflikten über Arbeitszeiten, Belastung und Loyalität gegenüber dem Betrieb. Einen Teil der Probleme führt er auf unterschiedliche Erwartungen jüngerer Arbeitnehmer zurück.
Geschäft blieb fast ohne Personal
Zeitweise arbeitete Rafael nahezu allein im Laden. Unterstützung erhielt er nur gelegentlich von seiner Mutter.
Im Januar entschied er sich endgültig zur Schließung des Geschäfts. Anfang Mai stellte die Metzgerei den Betrieb ein. Nach eigenen Angaben stand der Unternehmer kurz vor dem Burnout und wollte keine neuen Mitarbeiter mehr einstellen.
Im Gespräch mit Nau.ch sagte er, viele Beschäftigte wollten nur Teilzeit arbeiten, erwarteten aber dennoch ein volles Einkommen.
Personalmangel belastet die Fleischbranche
Die Probleme des Schweizer Metzgers spiegeln eine breitere Krise in der Fleischbranche in Deutschland und den Nachbarländern wider. Immer mehr Betriebe klagen über fehlende Fachkräfte und sinkende Zahlen traditioneller Metzgereien.
Nach Angaben des Deutschen Fleischer-Verbands gab es 2024 in Deutschland nur noch etwas mehr als 10.000 Metzgereibetriebe. Seit 2002 hat sich ihre Zahl nahezu halbiert.
Die höchste Dichte an Metzgereien gibt es weiterhin in Bayern mit rund 30 Betrieben pro 100.000 Einwohner. In Norddeutschland liegen die Zahlen deutlich niedriger. In Mecklenburg-Vorpommern kommen beispielsweise nur etwa 15 Metzgereien auf 100.000 Einwohner.
Preisdruck durch Supermärkte verschärft die Lage
Vertreter der Branche kritisieren zudem aggressive Rabattaktionen großer Handelsketten.
Für Diskussionen sorgte zuletzt die Supermarktkette Globus, die in einer Filiale im bayerischen Freilassing Leberkässemmeln für nur einen Euro verkauft hatte.
Johann Reiter, Obermeister der Metzgerinnung Traunstein-Berchtesgaden, bezeichnete die Aktion als Verkauf nahezu unter dem Selbstkostenpreis und kritisierte diese Form des Wettbewerbs.
Fleischkonsum in Deutschland geht weiter zurück
Parallel zu den Personalproblemen verändern sich auch die Essgewohnheiten der Verbraucher.
Nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft lag der durchschnittliche Fleischkonsum in Deutschland 2025 bei 53,2 Kilogramm pro Person. Im Jahr 2018 waren es noch mehr als 60 Kilogramm.
Obwohl die Mehrheit der Deutschen weiterhin regelmäßig Fleisch konsumiert, sinkt der Verbrauch seit mehreren Jahren kontinuierlich.
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