Die deutsche Werft Meyer Werft kämpft weiterhin mit erheblichen finanziellen Problemen – trotz voller Auftragsbücher und staatlicher Unterstützung. Nach Angaben der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ schloss das Unternehmen das Geschäftsjahr 2024 mit einem Verlust von 569 Millionen Euro ab. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf t-online.
Betroffen ist vor allem der Standort in Papenburg im Bundesland Niedersachsen. Bereits vor zwei Jahren hatten die Bundesregierung und das Land Niedersachsen die Werft mit rund 400 Millionen Euro unterstützt.
Folgen der Pandemie belasten das Unternehmen weiterhin
Als Hauptursache für die hohen Verluste gelten weiterhin die Folgen der Corona-Pandemie. Die Werft ist auf den Bau von Kreuzfahrtschiffen spezialisiert. Der weltweite Stillstand der Kreuzfahrtbranche während der Pandemie führte zu massiven Einbußen und finanziellen Belastungen.
Zusätzlichen Druck verursachten steigende Energiepreise, höhere Produktionskosten und hohe Arbeitskosten in Deutschland. Um die Auslastung der Werft zu sichern, nahm das Unternehmen nach Medienberichten teilweise auch weniger rentable Aufträge an.
Meyer Werft setzt auf Erholung durch neue Großaufträge
Trotz der schwierigen Lage sieht das Unternehmen langfristige Perspektiven. Meyer Werft arbeitet derzeit an einem Restrukturierungsplan, der bis 2028 umgesetzt werden soll.
Ende 2025 bestellte die Schweizer Kreuzfahrtgesellschaft MSC Cruises vier neue Kreuzfahrtschiffe im Milliardenwert bei der Werft. Damit ist die Produktion nach Unternehmensangaben bis mindestens 2036 ausgelastet.
Die Geschichte der Werft reicht bis ins Jahr 1795 zurück. Zur Unternehmensgruppe gehört außerdem die Neptun Werft in Rostock.
Zusätzliche Chancen durch Verteidigungsaufträge
Weitere Impulse könnte die Werft durch steigende Verteidigungsausgaben in Europa erhalten. Das Unternehmen hofft auf zusätzliche Aufträge im Bereich Militär- und Spezialschiffe, um die Probleme im zivilen Schiffbau teilweise auszugleichen.
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