Im baden-württembergischen Schorndorf hat sich eine Tragödie ereignet, die bundesweit für Bestürzung sorgt. Ein 20 Monate altes Mädchen starb, nachdem es mehrere Stunden in einem verschlossenen Auto auf einem Parkplatz zurückgelassen worden war. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Вild.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler war eine 44-jährige Frau am Morgen zur Arbeit gefahren und wollte ihre Tochter zuvor in einer Kindertagesstätte absetzen. Das Kind blieb jedoch im Fahrzeug. Das Auto wurde anschließend in der Richard-Kapphan-Straße in der Nähe einer Kletterhalle geparkt, während die Mutter ihre Arbeit aufnahm.
Erst gegen 15 Uhr kehrte die Frau zu dem Wagen zurück und fand ihre Tochter regungslos vor. Rettungskräfte wurden sofort alarmiert. Trotz umgehend eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen konnte das Mädchen nicht mehr gerettet werden. Es verstarb noch am Einsatzort.
Nach Angaben der Polizei lag die Außentemperatur an diesem Tag bei rund 28 Grad Celsius. Im Inneren des Fahrzeugs dürften deutlich höhere Temperaturen geherrscht haben. An der Unglücksstelle legten Anwohner Blumen und Kuscheltiere nieder, um des Kindes zu gedenken.
Ermittler prüfen die genauen Umstände und die Todesursache
Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen. Die Behörden rekonstruieren derzeit den Ablauf des Tages und prüfen alle relevanten Umstände des Falls.
Zur Klärung der genauen Todesursache wurde eine Obduktion angeordnet. Dabei soll festgestellt werden, ob die extreme Hitze im Fahrzeug unmittelbar zum Tod des Kindes führte oder ob weitere gesundheitliche Faktoren eine Rolle gespielt haben könnten.
Experten verweisen in diesem Zusammenhang auf das sogenannte „Forgotten Baby Syndrome“ (Vergessene-Baby-Syndrom). Der amerikanische Psychologe David M. Diamond untersucht dieses Phänomen seit vielen Jahren. Seine Forschungen zeigen, dass starker Stress, Schlafmangel oder unerwartete Änderungen im Tagesablauf dazu führen können, dass Eltern fälschlicherweise glauben, ihr Kind bereits in die Betreuung gebracht zu haben.
Die Ermittlungen dauern an. Die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchung sollen weitere Erkenntnisse über die genauen Umstände des tragischen Vorfalls liefern.
Lesen Sie auch: Schauspielerin Ece İrtem ist verstorben
