Der ehemalige US-Präsident Joe Biden hat den amtierenden Präsidenten Donald Trump bei einer Spendengala der Demokratischen Partei scharf angegriffen. Die Veranstaltung fand in Hanover im Bundesstaat Maryland statt, wo Biden einen großen Teil seiner Rede nutzte, um die Politik und Entscheidungen seines Nachfolgers zu kritisieren. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf ВВС.
Nach Ansicht Bidens konzentriere sich Trump auf „Eitelkeitsprojekte“. Dazu zählten der geplante Umbau eines Teils des Weißen Hauses mit einem neuen Ballsaal, der Versuch, seinen Namen am John F. Kennedy Center for the Performing Arts anzubringen, sowie die Sanierung des Spiegelbeckens am Lincoln Memorial.
Kritik an Umbauplänen und Kennedy Center
In seiner Rede erklärte Biden, es gehe nicht nur um einzelne Bauvorhaben, sondern um Trumps Bestreben, sich dauerhaft in Washington zu verewigen. Nachdem er diese Projekte aufgezählt hatte, bezeichnete er den Präsidenten als „Verlierer“.
Als Beispiel nannte Biden den Versuch, Trumps Namen am Kennedy Center anzubringen. Nach seinen Worten sei dieser Schritt später durch eine Gerichtsentscheidung wieder rückgängig gemacht worden.
Trump hatte die Pläne für den Bau eines neuen Ballsaals im Weißen Haus zuvor mit Sicherheitsaspekten und der Notwendigkeit begründet, ausländische Staatsgäste angemessen empfangen zu können.
Biden spricht auch den 6. Januar an
Während seiner Rede ging Biden außerdem auf den Sturm auf das US-Kapitol vom 6. Januar 2021 ein. Er kritisierte die Pläne der Trump-Regierung, Steuergelder zur Entschädigung von Personen einzusetzen, die nach eigenen Angaben im Zusammenhang mit den Ereignissen zu Unrecht strafrechtlich verfolgt oder untersucht worden seien.
Biden erklärte, öffentliche Gelder sollten nicht für solche Zahlungen verwendet werden. Die entsprechende Initiative der Trump-Regierung war später gerichtlich gestoppt worden.
Trump reagiert bislang nicht auf Bidens Aussagen
Eine direkte Reaktion Donald Trumps auf Bidens jüngste Äußerungen blieb zunächst aus. In der Vergangenheit hatte Trump seinen politischen Gegner jedoch wiederholt kritisiert, ihn unter anderem als „korrupten Politiker“ bezeichnet und in sozialen Medien erneut den Spitznamen „Sleepy Joe“ verwendet.
Bidens Rede fiel auf den zweiten Jahrestag des TV-Duells mit Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2024. Die Debatte gilt als Wendepunkt der damaligen Kampagne. Anschließend hatten führende Demokraten Biden zum Rückzug aufgefordert. Seine Nachfolge als Präsidentschaftskandidatin übernahm Vizepräsidentin Kamala Harris, die die Wahl schließlich gegen Donald Trump verlor.
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