Oman, das gemeinsam mit dem Iran die Küsten der Straße von Hormus kontrolliert, erwägt die Einführung von Gebühren für bestimmte Dienstleistungen für Schiffe, die die strategisch wichtige Wasserstraße passieren. Die Diskussion gewann nach den jüngsten militärischen Auseinandersetzungen in der Region an Dynamik, die erhebliche Auswirkungen auf die Sicherheit der Schifffahrt hatten. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf tagesspiegel.
Nach Berichten internationaler Medien wird in Maskat über Möglichkeiten beraten, die Kosten für Navigationssicherheit, Rettungseinsätze und die Begleitung von Schiffen zu finanzieren. Die Regierung verweist darauf, dass die Folgen des Krieges zusätzliche Investitionen in die maritime Infrastruktur und Sicherheitsmaßnahmen erforderlich machen könnten.
Zuvor hatte bereits der Iran mehrfach vorgeschlagen, sogenannte Gebühren für Navigationsdienste einzuführen. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit jedoch auf Oman, das bislang als Verfechter der freien Schifffahrt galt.
Was das internationale Seerecht erlaubt
Nach Einschätzung von Experten dürfen Küstenstaaten nach dem internationalen Seerecht keine einseitigen Transitgebühren allein für die Durchfahrt durch eine internationale Meerenge erheben. Zulässig sind jedoch Entgelte für tatsächlich erbrachte Dienstleistungen.
Dazu zählen unter anderem Lotsendienste, Navigationshilfen, Such- und Rettungsmaßnahmen oder andere maritime Serviceleistungen. Sollten künftig Zahlungen eingeführt werden, müssten sie daher als Vergütung für konkrete Dienstleistungen und nicht als allgemeine Durchfahrtsgebühr ausgestaltet werden.
Warum die Straße von Hormus von globaler Bedeutung ist
Die Straße von Hormus gehört zu den wichtigsten Seewegen der Welt. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls sowie erhebliche Mengen an verflüssigtem Erdgas werden über diese Meerenge transportiert.
Jede Veränderung der Bedingungen für die Passage könnte sich auf die internationalen Energiemärkte, die Frachtraten und die globalen Lieferketten auswirken. Bereits nach den jüngsten Spannungen in der Region stiegen die Versicherungsprämien für Reedereien deutlich an, während einige Unternehmen ihre Routen anpassten oder Fahrten vorübergehend aussetzten.
Noch keine endgültige Entscheidung
Eine endgültige Entscheidung über die Einführung möglicher Gebühren hat die Regierung Omans bislang nicht getroffen. Nach Angaben aus Maskat sollen alle künftigen Maßnahmen mit dem internationalen Seerecht vereinbar sein und den sicheren sowie ungehinderten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gewährleisten.
Die Gespräche über die zukünftige Organisation der Schifffahrt in der strategisch wichtigen Meerenge dauern jedoch an. Dabei wird unter anderem geprüft, wie die Finanzierung zusätzlicher Sicherheits- und Navigationsleistungen künftig sichergestellt werden könnte.
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