HiPP hat einen dringenden Rückruf des gesamten Sortiments an Babygläschen angekündigt, das in der österreichischen Supermarktkette SPAR verkauft wurde. Hintergrund ist eine Warnung vor einem möglichen Fremdeingriff bei einem Produkt – dem Gemüsegläschen „Karotten mit Kartoffeln“ in der 190-Gramm-Packung. Das Unternehmen erklärte, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass eine gefährliche Substanz in das Produkt gelangt sei. Der Verzehr eines solchen Gläschens könne lebensgefährlich sein. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf stern.
Was passiert ist
Nach Angaben österreichischer Medien und laut offizieller Mitteilung von SPAR handelt es sich um einen vorsorglichen Rückruf. HiPP betont, dass es nicht um einen Produktionsfehler gehe, sondern mutmaßlich um einen externen kriminellen Eingriff. Das Unternehmen erklärte, Produktion, Qualitätskontrolle und interne Abläufe seien nicht betroffen. Weitere Details würden wegen der laufenden Ermittlungen derzeit nicht bekanntgegeben.
Welche Produkte betroffen sind
Im Mittelpunkt steht das HiPP-Gläschen „Karotten mit Kartoffeln“ in der 190-Gramm-Version. Um jedes Risiko eines versehentlichen Verzehrs auszuschließen, wurde in Österreich jedoch das gesamte Sortiment an HiPP-Babygläschen aus dem Verkauf genommen, das über SPAR, EUROSPAR, INTERSPAR und Maximarkt vertrieben wurde. Kunden werden aufgefordert, diese Produkte nicht zu verwenden und in die Geschäfte zurückzubringen. Der Kaufpreis wird auch ohne Kassenbon erstattet.
Nach bisherigem Stand lassen sich potenziell betroffene Gläschen an einer Markierung auf dem Boden des Glases erkennen – einem weißen Aufkleber mit rotem Kreis. Genau auf dieses Merkmal wurde in der Rückrufmeldung hingewiesen.
Was die Polizei sagt
Die Ermittlungen führt die Polizei im Bundesland Burgenland. Nach Angaben des Polizeisprechers Helmut Marban ging bei den Behörden ein Hinweis ein, dass in Filialen der Region Gläschen mit möglichen Manipulationsspuren aufgetaucht sein könnten. Daraufhin wurden Kontrollen eingeleitet. Bis Samstag wurden jedoch keine verdächtigen Produkte gefunden. Die Polizei schließt allerdings nicht aus, dass ein Teil der veränderten Gläschen bereits vor der Entfernung aus den Regalen verkauft worden sein könnte.
Die Ermittler nennen weder die Substanz, die möglicherweise in das Produkt gelangt ist, noch die Zahl der Gläschen, die von dem Vorfall betroffen sein könnten. Auch ist offiziell nicht bestätigt, ob es sich um einen Erpressungsfall handelt. Diese Informationen werden aus ermittlungstaktischen Gründen bislang nicht veröffentlicht.
Was Eltern jetzt tun sollen
SPAR und HiPP raten dringend davon ab, Babygläschen zu verwenden, die in österreichischen Filialen der Kette gekauft wurden. Stattdessen sollen die Produkte in das nächstgelegene Geschäft zurückgebracht werden. HiPP teilte außerdem mit: Wenn das Kind keine Symptome zeigt, bestehe kein Grund zur Sorge. Wenn jedoch Beschwerden auftreten oder Eltern unsicher sind, sollten sie sich an einen Kinderarzt oder den Rettungsdienst wenden. Die Polizei bittet zudem darum, verdächtige Beobachtungen sofort zu melden, damit diese in die laufenden Ermittlungen einfließen können.
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