Der erst kürzlich entdeckte Asteroid 2026 JH2 wird am 18. Mai in astronomisch ungewöhnlich geringer Entfernung an der Erde vorbeiziehen. Das Objekt wurde am 10. Mai vom Mt. Lemmon Survey Observatory im US-Bundesstaat Arizona registriert — nur wenige Tage vor der Annäherung. Nach Angaben von Astronomen stellt der Asteroid keine Gefahr für die Erde dar, dennoch gilt sein Vorbeiflug wegen der geringen Distanz als bemerkenswertes Ereignis. Das Projekt Virtual Telescope meldete, dass der Himmelskörper in einer Entfernung von etwa 91.000 Kilometern an der Erde vorbeiziehen soll — das entspricht rund 24 Prozent der mittleren Entfernung zwischen Erde und Mond. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf stern.
Asteroid wurde acht Tage vor dem Vorbeiflug entdeckt
2026 JH2 gehört zu den sogenannten erdnahen Objekten. Damit bezeichnen Astronomen Asteroiden und Kometen, deren Umlaufbahnen vergleichsweise nah an der Erde vorbeiführen. Solche Himmelskörper werden häufig erst kurz vor einer Annäherung entdeckt, besonders wenn sie klein und lichtschwach sind.
Nach vorläufigen Schätzungen hat der Asteroid einen Durchmesser von etwa 15 bis 35 Metern. Damit ist er ungefähr so groß wie ein Basketballfeld oder ein großer Bus. Auch Fachmagazine verweisen unter Berufung auf Daten der NASA/JPL Small-Body Database auf eine Größenordnung von etwa 16 bis 35 Metern.
Entdeckt wurde der Asteroid am 10. Mai 2026 im Rahmen der Beobachtungen des Mt. Lemmon Survey. Dieses Programm gehört zu den astronomischen Suchprojekten, die kleine Körper in der Nähe der Erdumlaufbahn erfassen und ihre Bahnen berechnen.
In welcher Entfernung 2026 JH2 an der Erde vorbeifliegt
Die engste Annäherung des Asteroiden wird für den 18. Mai 2026 erwartet. Nach aktuellen Berechnungen soll das Objekt in etwa 90.000 bis 91.000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbeiziehen. Zum Vergleich: Die mittlere Distanz zwischen Erde und Mond beträgt rund 385.000 Kilometer. Die Bahn von 2026 JH2 verläuft damit deutlich innerhalb der Mondentfernung.
Trotz dieser geringen Distanz handelt es sich um einen sicheren Vorbeiflug. Eine Kollision mit der Erde wird nicht erwartet. Das Virtual Telescope Project beschreibt das Ereignis als extrem nahe, aber sichere Annäherung.
Nach Angaben von Beobachtern wird der Asteroid außerhalb der Umlaufbahnen geostationärer Satelliten vorbeiziehen. Das ist für die Einordnung der Entfernung wichtig: Der Himmelskörper kommt der Erde im astronomischen Maßstab sehr nahe, dringt aber nicht in den unmittelbaren Bereich der geostationären Satelliteninfrastruktur ein.
Kann man den Asteroiden sehen?
Mit bloßem Auge wird 2026 JH2 voraussichtlich nicht sichtbar sein. Während der Annäherung könnte seine Helligkeit etwa Magnitude +11,5 erreichen. Das ist zu lichtschwach, um den Asteroiden ohne optische Hilfsmittel zu beobachten.
Unter günstigen Bedingungen dürfte das Objekt jedoch mit kleineren Amateurteleskopen sichtbar sein. Entscheidend sind dabei der Beobachtungsort, das Wetter, die Lichtverschmutzung und die genaue Ausrichtung des Teleskops.
Wer kein eigenes Teleskop besitzt, kann den Vorbeiflug online verfolgen. Das Virtual Telescope Project hat eine Live-Übertragung zur Beobachtung von 2026 JH2 angekündigt. Die Übertragung soll am 18. Mai vor dem Zeitpunkt der engsten Annäherung beginnen.
Warum der Vorbeiflug von 2026 JH2 Aufmerksamkeit erregt
Bemerkenswert ist vor allem die Kombination aus zwei Faktoren: Der Asteroid wurde erst wenige Tage zuvor entdeckt und passiert die Erde in einer Entfernung von weniger als einem Viertel der mittleren Monddistanz. Bei größeren Himmelskörpern wäre eine solche Bahn ein Grund für besondere Aufmerksamkeit, doch 2026 JH2 ist vergleichsweise klein.
Astronomen nutzen solche Vorbeiflüge, um Umlaufbahnen zu präzisieren, Beobachtungssysteme zu überprüfen und mehr über kleine erdnahe Objekte zu erfahren. Die Daten helfen, ähnliche Körper künftig schneller zu erkennen und ihre Bewegung genauer zu berechnen.
Nach aktuellem Stand wird 2026 JH2 die Erde ohne Kollisionsrisiko passieren. Für die breite Öffentlichkeit ist das Ereignis vor allem eine seltene Gelegenheit, die Bewegung eines erst kürzlich entdeckten Asteroiden nahezu in Echtzeit zu verfolgen.
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