Mit Beginn der Hauptreisezeit treten in Europa neue Vorschriften für Wohnmobile und Camper in Kraft. Ab dem 7. Juli 2026 gelten in der Europäischen Union verschärfte Sicherheitsanforderungen für Fahrzeuge dieser Kategorie. Die Änderungen betreffen vor allem neu zugelassene Wohnmobile und könnten sich spürbar auf die Kaufpreise auswirken. Branchenexperten gehen davon aus, dass die zusätzlichen Kosten für Käufer zwischen 1.000 und 3.000 Euro liegen werden. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf hna.
Welche Änderungen die Europäische Union einführt
Die neuen Vorschriften sind Teil der zweiten Stufe der Allgemeinen Sicherheitsverordnung der EU (General Safety Regulation II, GSR II). Sie verpflichtet Hersteller dazu, Wohnmobile und Camper mit modernen elektronischen Fahrerassistenzsystemen auszustatten.
Die Regelungen gelten nicht nur für Pkw und Transporter, sondern auch für Wohnmobile und Campingfahrzeuge. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit auf Europas Straßen zu erhöhen und einheitliche technische Standards in allen Mitgliedstaaten zu schaffen. Welche Systeme erforderlich sind, hängt von Fahrzeugklasse und Gewicht ab.
Diese Sicherheitssysteme werden verpflichtend
Ab Juli müssen neu zugelassene Wohnmobile mit einer Reihe moderner Assistenzsysteme ausgestattet sein. Dazu gehören:
- Intelligenter Geschwindigkeitsassistent
- Müdigkeits- und Aufmerksamkeitswarner
- Vorrichtung für eine Alkohol-Wegfahrsperre
- Rückfahrassistenzsystem
- Spurhalteassistent
- Notbremsassistent
- Reifendruckkontrollsystem
Viele dieser Technologien sind bereits in modernen Fahrzeugen verfügbar. Mit den neuen EU-Vorgaben werden sie jedoch für bestimmte Fahrzeugklassen verpflichtend.
Wohnmobile könnten deutlich teurer werden
Die zusätzlichen technischen Anforderungen werden sich nach Einschätzung von Branchenvertretern direkt auf die Preise neuer Wohnmobile auswirken. Käufer müssen je nach Fahrzeugtyp und Ausstattung mit Mehrkosten zwischen 1.000 und 3.000 Euro rechnen.
Besonders größere Wohnmobile könnten von den Preissteigerungen betroffen sein, da für sie häufig ein umfangreicheres Paket an Sicherheitssystemen vorgeschrieben ist. Hersteller berücksichtigen die neuen Anforderungen bereits bei ihren Modellreihen für das Jahr 2026.
Auch Selbstausbauer sind von den Regeln betroffen
Die neuen Vorschriften betreffen nicht nur Käufer neuer Fahrzeuge, sondern auch Menschen, die Transporter eigenständig zu Wohnmobilen umbauen. Wird ein umgebautes Fahrzeug nach dem 7. Juli erstmals als Wohnmobil zugelassen, kann dies als Erstzulassung in einer neuen Fahrzeugklasse gewertet werden.
In diesem Fall müssen die Fahrzeuge ebenfalls die aktuellen EU-Sicherheitsstandards erfüllen. Dadurch können zusätzliche Kosten für die Nachrüstung vorgeschriebener Systeme sowie für die technische Abnahme entstehen.
Neue Vorgaben treten mitten in der Urlaubssaison in Kraft
Die verschärften Sicherheitsanforderungen werden zu Beginn der Sommerferien in vielen europäischen Ländern eingeführt. Gerade im Juli erreicht die Reisesaison ihren Höhepunkt, wenn Millionen Menschen mit Wohnmobilen und Campern unterwegs sind.
Wer den Kauf eines neuen Wohnmobils plant oder einen Transporter künftig als Camper zulassen möchte, sollte die neuen EU-Vorgaben bei seinen Planungen berücksichtigen. Für viele Reisende werden die zusätzlichen Sicherheitsanforderungen künftig ein wichtiger Faktor bei der Fahrzeugwahl sein.
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