In Berlin ist ein großer Polizeieinsatz in einem Rewe-Supermarkt beendet worden. Ein mit einem Messer bewaffneter Mann hatte dort eine Mitarbeiterin mehr als elf Stunden lang als Geisel festgehalten. Am Morgen des 11. Juli stürmten Spezialkräfte das Gebäude, überwältigten den Täter und befreiten die Frau. Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf Вild.
Der Vorfall ereignete sich im Stadtteil Marienfelde an der Hildburghauser Straße. Die Geiselnahme begann am Freitag gegen 22 Uhr, kurz vor Ladenschluss, und dauerte bis Samstagmorgen um 9.20 Uhr.
Nach bisherigen Erkenntnissen kannten sich der festgenommene Mann und die Mitarbeiterin des Supermarktes zuvor nicht.
Spezialkräfte drangen in den Supermarkt ein
Die Einsatzleitung entschied sich am Morgen für ein gewaltsames Ende der Geiselnahme. Beamte eines Spezialeinsatzkommandos drangen in den Verkaufsraum ein und setzten gegen den Angreifer einen Elektroschocker ein.
Der Sprecher der Berliner Polizei, Florian Nath, erklärte, den Einsatzkräften sei es gelungen, den Täter zu überwältigen und die festgehaltene Frau sicher zu befreien.
Der Mann erlitt leichte Verletzungen. Nach dem Zugriff wurde er auf einer Trage aus dem Gebäude gebracht und dem Rettungsdienst übergeben. Anschließend soll er von den Ermittlern vernommen werden.
Die befreite Mitarbeiterin wurde von mehreren Polizeibeamten aus dem Supermarkt begleitet und in Sicherheit gebracht. Nach Angaben der Polizei stand die Frau unter Schock. Hinweise auf schwere körperliche Verletzungen lagen zunächst nicht vor.
Täter zog an der Kasse ein Messer
Nach Angaben eines Augenzeugen betrat der Mann den Supermarkt kurz vor Ladenschluss und blieb als letzter Kunde im Verkaufsraum.
Der Sicherheitsmitarbeiter Elijah S. berichtete, der Besucher habe an der Kasse gestanden, sich jedoch geweigert, seine Waren auf das Förderband zu legen. Wenig später habe der Mann plötzlich ein großes, glänzendes Messer gezogen.
Dem Sicherheitsmitarbeiter gelang es, den Gefahrenbereich zu verlassen und sich aus dem Geschäft zu retten. Die Kassiererin blieb mit dem bewaffneten Mann im Supermarkt zurück.
Nach dem Notruf sperrte die Polizei das Geschäft und das umliegende Gebiet weiträumig ab. An dem Einsatz waren zahlreiche Polizeikräfte, Spezialeinheiten, Hundeführer und Verhandlungsexperten beteiligt.
Verhandlungen dauerten die ganze Nacht
Die Polizei stellte direkten Kontakt zu dem Mann her und versuchte während der Nacht, ihn zur Freilassung der Geisel und zur Aufgabe zu bewegen.
Spezialeinheiten bezogen rund um das Gebäude Stellung. Ein Teil der Einsatzkräfte beobachtete die Lage über Dachkonstruktionen und Oberlichter des Supermarktes.
Die Verhandlungen führten zu keinem Ergebnis. Am Morgen ordnete die Einsatzleitung den Zugriff an, um die Gefahr für die festgehaltene Frau zu beenden.
Nach Angaben deutscher Medien könnte der Täter zum Zeitpunkt seiner Festnahme bereits körperlich erschöpft gewesen sein. Die Polizei überwältigte ihn kurz nach dem Eindringen in das Geschäft.
Polizei untersucht das Motiv des Mannes
Die Ermittler prüfen derzeit die Identität des Festgenommenen und die Hintergründe seiner Tat. Bislang ist nicht bekannt, ob der Mann während der Verhandlungen konkrete Forderungen stellte.
Außerdem wird untersucht, ob er unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stand oder möglicherweise psychische Probleme hatte.
Die Polizei befragt Mitarbeiter des Supermarktes, Augenzeugen und beteiligte Einsatzkräfte. Aufzeichnungen der Überwachungskameras sollen dabei helfen, den genauen Ablauf der Ereignisse zu rekonstruieren.
Nach Abschluss der Ermittlungen wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, welche Vorwürfe gegen den Mann erhoben werden.
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