In Berlin und Brandenburg sind 17 Fälle einer seltenen bakteriellen Hautinfektion registriert worden. Die Erkrankung ist als Dermatophilose oder umgangssprachlich als „Regenfäule“ bekannt. Alle Betroffenen waren Männer, ihr Durchschnittsalter lag bei 45 Jahren. Die Website Imowell.de berichtet unter Berufung auf t-online.
Ausgelöst wird die Infektion durch das Bakterium Dermatophilus congolensis. Der Erreger wurde bislang vor allem bei Pferden, Rindern und Schafen nachgewiesen. Infektionen bei Menschen galten als selten. Inzwischen gibt es Hinweise darauf, dass das Bakterium auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Pusteln, Juckreiz und Krusten als mögliche Symptome
Die Infektion verursacht örtlich begrenzte Hautveränderungen. Bei den Betroffenen können Papeln, Pusteln, Juckreiz, Schuppen und Krusten auftreten. Teilweise ähneln die Symptome einer Follikulitis oder einem pockenartigen Ausschlag.
Die bisher registrierten Erkrankungen verliefen überwiegend mild. Schwere Komplikationen wurden nicht gemeldet. Zur Behandlung können antiseptische Mittel, antibiotische Salben oder Antibiotika in Tablettenform eingesetzt werden.
Warum Saunen als möglicher Übertragungsort gelten
Als wahrscheinlicher Übertragungsweg gilt ein längerer direkter Hautkontakt, insbesondere in einer warmen und feuchten Umgebung. Ein Teil der Infektionen wird mit dem Besuch von Saunen und anderen Einrichtungen in Verbindung gebracht, in denen intime Kontakte möglich sind.
Die meisten Betroffenen in Europa sind schwule, bisexuelle und andere Männer, die sexuelle Kontakte mit Männern haben. Dennoch sollte die Dermatophilose nicht ausschließlich als sexuell übertragbare Infektion eingestuft werden. Eine Ansteckung ist auch ohne sexuellen Kontakt möglich.
Fälle wurden zudem bei Menschen festgestellt, die Ringen, Muay Thai oder andere Kontaktsportarten betreiben. Auch eine indirekte Übertragung über verunreinigte Oberflächen, Handtücher oder gemeinsam benutzte Gegenstände kann nicht ausgeschlossen werden.
Mehr als 120 Fälle in Europa bestätigt
Bis zum 20. August 2026 wurden in zehn europäischen Ländern mindestens 123 Infektionen mit Dermatophilus congolensis registriert. Fälle traten in Deutschland, Österreich, Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Schweden, der Schweiz und Großbritannien auf.
Für die Allgemeinbevölkerung wird das Infektionsrisiko als sehr gering eingeschätzt. Ein moderates Risiko besteht für Menschen, die Einrichtungen mit möglichen intimen Kontakten besuchen, sowie für Teilnehmer von Kontakt- und Kampfsporttrainings.
So lässt sich das Infektionsrisiko reduzieren
Beim Besuch einer Sauna sollte ein sauberes persönliches Handtuch verwendet werden. Direkter Hautkontakt mit Sitz- und Liegeflächen ist möglichst zu vermeiden. Handtücher, Kleidung und Hygieneartikel sollten nicht gemeinsam benutzt werden.
Nach einer Rasur im Intimbereich oder bei Kratzern, Hautreizungen und anderen Verletzungen sollte ein Saunabesuch verschoben werden. Kleine Hautschäden können das Eindringen von Bakterien erleichtern.
Menschen mit ungewöhnlichem Ausschlag, Pusteln, Krusten oder anhaltendem Juckreiz sollten enge Hautkontakte vermeiden und einen Hautarzt aufsuchen. Antibiotika sollten nicht ohne ärztliche Anweisung eingenommen werden.
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